Begriff und Abgrenzung
Mit Abbau der Sicherung ist das Entfernen aller Einrichtungen gemeint, mit denen eine Arbeitsstelle gegenüber dem Verkehr abgesichert war: Verkehrszeichen, Leitbaken, Absperrschranken, Leitkegel, Warnleuchten, Vorwarntafeln und gegebenenfalls eine Baustellenampel. Der Abbau ist Teil des umfassenderen Rückbaus, zu dem auch Markierung und Dauerbeschilderung gehören.
Abgebaut wird nur, wenn die Gefahr beseitigt ist. Die Baugrube ist verfüllt, der Belag tragfähig, Gerät und Material sind aus dem Verkehrsraum entfernt. Steht noch eine Kante, ein offener Schacht oder lose Splittfläche, ist ein vollständiger Abbau zu früh. Dann bleibt zumindest ein Teil der Absicherung stehen, abgestimmt mit der Bauleitung und im Rahmen der verkehrsrechtlichen Anordnung.
Reihenfolge beim Abbau
Grundsätzlich wird in umgekehrter Reihenfolge des Aufbaus abgebaut. Der Aufbau beginnt mit der Vorwarnung und endet an der Arbeitsstelle. Beim Abbau fallen zuerst die Einrichtungen direkt am Arbeitsbereich, danach Längsabsicherung und Überleitung, zum Schluss die Vorwarnung. So bleibt der ankommende Verkehr gewarnt, solange noch Menschen und Fahrzeuge auf der Strecke arbeiten.
- Arbeitsbereich räumen, Material und Gerät aus dem Verkehrsraum nehmen
- Querabsperrung und Einrichtungen an der Gefahrstelle entfernen
- Längsabsicherung, Leitbaken und Überleitung zurücknehmen
- Streckenverbote und Hinweiszeichen abbauen
- Vorwarnung als letzten Schritt einsammeln
- Strecke abschließend abfahren und auf Reste prüfen
Auf Straßen mit höherer Geschwindigkeit schützt häufig ein Sicherungsfahrzeug die Abbaukolonne. Einzelheiten zum Ablauf und zum Schutz der Beschäftigten enthält der Ratgeber Rückbau der Absicherung.
Riskante Zwischenzustände
Kritisch sind die Stunden, in denen die Absicherung halb steht. Typisch ist ein Abbau am späten Nachmittag, der wegen Regen oder Dunkelheit unterbrochen wird. Die Schranken sind weg, die Vorwarnung steht noch, und der Verkehr wird vor einer Gefahr gewarnt, die es nicht mehr gibt. Umgekehrt kommt es vor, dass die Vorwarnung zu früh eingesammelt wird, während an der Kante noch gearbeitet wird.
Ebenso häufig: abgebaute Baken liegen gesammelt am Bankett, weil der Lkw erst am nächsten Morgen kommt. Unbeleuchtet und ohne Absicherung sind sie selbst ein Hindernis. Auf Landstraßen in Mecklenburg-Vorpommern oder Brandenburg mit breiten Banketten verleitet das leicht dazu, Material „nur über Nacht“ abzulegen.
Wird ein Abbau unterbrochen, braucht die Strecke einen stimmigen Zwischenstand. Dieser wird wie jede andere Absicherung kontrolliert, auch über Nacht und am Wochenende.
Kontrolle nach dem Abbau
Eine Kontrollfahrt nach dem Abbau prüft, ob die Strecke vollständig geräumt ist und keine widersprüchlichen Zeichen mehr stehen. Dazu gehört auch die Umleitungsstrecke, auf der Hinweistafeln gern vergessen werden. Der Kontrollfahrer dokumentiert den Zustand mit Foto, Zeitstempel und Ortsangabe. Das hilft der Bauleitung, wenn später strittig ist, wann die Sicherung abgebaut wurde und wie die Straße übergeben wurde. Mehr dazu im Ratgeber Ende der Verkehrssicherungspflicht. Staffsec kontrolliert und dokumentiert, den Abbau selbst übernimmt der Verkehrssicherer.