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Glossar

Bewegliche Arbeitsstelle

Bewegliche Arbeitsstellen wandern während der Arbeit mit. Welche Tätigkeiten dazugehören, wie sie gesichert werden und was eine Kontrolle hier leisten kann.

Von Manuel Rutsch · Stand: 8. Oktober 2026 · 2 Min. Lesezeit

Begriff und Einordnung

Eine bewegliche Arbeitsstelle ist eine Arbeitsstelle, die sich während der Arbeit stetig oder in kurzen Schüben weiterbewegt. Die RSA 21 ordnen sie den Arbeitsstellen kürzerer Dauer zu. Es gibt also keinen festen Baustellenbereich mit stehenden Absperrschranken, sondern ein Arbeitsfahrzeug oder eine Arbeitskolonne, die auf der Fahrbahn oder am Fahrbahnrand vorankommt.

Typische Tätigkeiten sind Mäh- und Gehölzpflege am Bankett, Kehr- und Reinigungsfahrten, das Waschen von Leitpfosten und Schildern, Markierungsarbeiten, Rissesanierung in kurzen Stücken oder das Setzen und Prüfen von Leitpfosten. Die Grenze zur Wanderbaustelle ist fließend: Steht die Kolonne an jedem Punkt längere Zeit, wird eher stehend gesichert.

Wie wird gesichert?

Statt ortsfester Leitbaken und Schranken tragen hier Fahrzeuge die Sicherung. Welche Ausstattung genau verlangt ist, hängt von Straßenart, Geschwindigkeit und Lage der Arbeit ab und ergibt sich aus der RSA 21 sowie der Anordnung der Behörde. Häufige Bausteine sind:

  • Sicherungsfahrzeuge mit Warnmarkierung, gelben Rundumleuchten und Warnleuchten,
  • fahrbare Absperrtafeln mit Pfeil- oder Blinkanzeige, auf schnellen Straßen oft mit Anpralldämpfer,
  • Vorwarnfahrzeuge, die mit Abstand vor der eigentlichen Arbeitsstelle mitfahren,
  • Warnkleidung für alle Beschäftigten außerhalb der Fahrzeuge.

Ein Kernpunkt ist der Abstand zwischen Warnfahrzeug und Arbeitsfahrzeug. Er muss zur Strecke passen: Kuppen, Kurven und Einmündungen verkürzen die Sichtweite, und genau dort fahren Kolonnen auf Landstraßen in Mecklenburg-Vorpommern oder Brandenburg häufig in einen toten Winkel des nachfolgenden Verkehrs.

Was eine Kontrolle hier leisten kann

Eine klassische Kontrollfahrt mit festem Prüfpunkt passt zu beweglichen Arbeitsstellen nur bedingt, weil die Sicherung mit der Arbeit wandert. Sinnvoll ist eine Prüfung zu Arbeitsbeginn und stichprobenartig im Verlauf. Dabei geht es um Fragen wie: Funktionieren alle Leuchten und Anzeigen der Fahrzeuge? Sind die Warnmarkierungen sauber und vollständig? Passen die Abstände zur Örtlichkeit? Ist die vorgegebene Beschilderung vorhanden, etwa ein Hinweis auf Arbeiten über eine längere Strecke?

Wichtig ist auch, was nach dem Durchgang zurückbleibt. Liegengebliebenes Mähgut, Markierungsreste oder vergessene Leitkegel am Rand sind eine Gefahr, die erst später auffällt. Für feste Absicherungen gilt anderes; der Ratgeber Wanderbaustellen und bewegliche Arbeitsstellen kontrollieren stellt beide Fälle gegenüber.

Unsere MVAS-geschulten Kontrollfahrer dokumentieren solche Stichproben im digitalen Bericht und melden Auffälligkeiten direkt an die Bauleitung.

Fragen zum Begriff

Ist eine bewegliche Arbeitsstelle dasselbe wie eine Tagesbaustelle?

Nein. Beide gehören zu den Arbeitsstellen kürzerer Dauer. Eine Tagesbaustelle steht während der Arbeitszeit an einem Ort, die bewegliche Arbeitsstelle bewegt sich dagegen während der Arbeit fort.

Braucht eine bewegliche Arbeitsstelle eine verkehrsrechtliche Anordnung?

Grundsätzlich ja, Arbeiten im Straßenraum brauchen eine Anordnung der zuständigen Behörde. Für wiederkehrende Unterhaltungsarbeiten gibt es teils Jahresanordnungen oder Sonderregeln für den Straßenbetriebsdienst. Im Einzelfall entscheidet die Behörde.

Warum ist der Abstand des Warnfahrzeugs so wichtig?

Der nachfolgende Verkehr muss das Hindernis früh genug erkennen, um zu bremsen oder vorbeizufahren. Ist der Abstand zu kurz oder steht das Warnfahrzeug hinter einer Kuppe, verliert es seine Wirkung.

Fragen? Wir beraten Sie gerne!