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Glossar

Notweg

Notweg an Arbeitsstellen: provisorischer Durchgang für Fußgänger um Baugruben und Hindernisse. Abgrenzung, Anforderungen und Prüfpunkte für Kontrollen.

Von Manuel Rutsch · Stand: 8. Oktober 2026 · 3 Min. Lesezeit

Was mit Notweg gemeint ist

Als Notweg bezeichnet man in der Verkehrssicherung einen provisorischen Weg für den Fußverkehr, der um ein Hindernis herumführt. Das kann eine Baugrube im Gehweg sein, ein Gerüst, ein Kran oder ein Container. Der Notweg ist meist kurz und führt die Menschen nach wenigen Metern wieder auf den gewohnten Gehweg zurück.

Die Grenze zum Ersatzgehweg ist in der Praxis fließend. Als Faustregel gilt: Der Ersatzgehweg ersetzt den Gehweg über eine längere Strecke, der Notweg überbrückt eine einzelne Unterbrechung. Für beide gelten dieselben Grundanforderungen an Breite, Begrenzung und Oberfläche.

Nicht zu verwechseln ist der Notweg mit Flucht- und Rettungswegen auf dem Baufeld oder mit Zufahrten für Feuerwehr und Rettungsdienst. Diese folgen eigenen Vorschriften und sind nicht Gegenstand dieses Eintrags.

Anforderungen

Gerade weil ein Notweg kurz ist, wird er oft schnell und mit dem gebaut, was gerade da ist. Dabei muss er für alle funktionieren, die sonst den Gehweg nutzen: Menschen mit Rollstuhl oder Rollator, Eltern mit Kinderwagen, blinde und sehbehinderte Menschen. Wichtig sind vor allem:

  • nutzbare Breite nach den Werten der Mindestgehwegbreite, auch an Ecken und Engstellen
  • lückenlose, tastbare Absperrung zur Baugrube und, wenn der Weg auf die Fahrbahn ausweicht, zum Fahrverkehr
  • Übergänge ohne Stufe, notfalls mit Rampe
  • tragfähige Abdeckungen, wenn Gräben überbrückt werden, ohne Kippen und Kanten
  • freier Raum nach oben, keine Schilder oder Bauteile in Kopfhöhe

Wie ein Notweg für alle Nutzergruppen gestaltet wird, beschreibt der Ratgeber Barrierefreiheit an Arbeitsstellen.

Schwachstellen in der Praxis

Die meisten Probleme mit Notwegen haben eine gemeinsame Ursache: Sie liegen mitten im Baubetrieb. Ein Bagger braucht kurz Platz, ein Gitter wird zur Seite gestellt. Eine Abdeckplatte wird angehoben, um in den Graben zu sehen, und danach schief abgelegt. Am Abend ist der Notweg zwar noch da, aber nicht mehr sicher.

Bei Kontrollen an Leitungsbaustellen in Wohngebieten, etwa beim Glasfaserausbau in Schleswig-Holstein oder Niedersachsen, sind das wiederkehrende Befunde. Hinzu kommen Mülltonnen, Fahrräder und E-Scooter, die im schmalen Durchgang abgestellt werden. Ein Notweg, der mittags frei war, kann abends blockiert sein.

Bezug zur Kontrollfahrt

Bei Kontrollfahrten gehen die Kontrollfahrer Notwege zu Fuß ab, statt sie nur aus dem Fahrzeug zu betrachten. Offene Gitter werden geschlossen, Hindernisse zur Seite geräumt, sofern es mit wenigen Handgriffen geht. Eine schiefe Abdeckung, ein fehlender Abschnitt der Absperrung oder eine zu geringe Breite werden mit Foto dokumentiert und sofort an die Bauleitung gemeldet. Staffsec übernimmt diese Prüfung im Rahmen von Baustellenkontrollen.

Fragen zum Begriff

Was ist der Unterschied zwischen Notweg und Ersatzgehweg?

Beide sind provisorische Wege für Fußgänger. Der Ersatzgehweg ersetzt den Gehweg meist über eine längere Strecke, der Notweg überbrückt eine einzelne Unterbrechung, etwa eine Baugrube.

Muss ein Notweg barrierefrei sein?

Ein Notweg soll von allen genutzt werden können, die sonst den Gehweg benutzen. Dazu gehören ausreichende Breite, stufenlose Übergänge und eine tastbare Begrenzung.

Wer räumt einen blockierten Notweg frei?

Verantwortlich ist der in der Anordnung benannte Verantwortliche für die Verkehrssicherung. Bei Kontrollfahrten werden kleine Hindernisse sofort beseitigt, größere an die Bauleitung gemeldet.

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