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Glossar

Reflexionsklasse (RA1/RA2/RA3)

Reflexionsklasse RA1, RA2 und RA3 im Glossar: was der Rückstrahlwert misst, wie sich die Folienklassen unterscheiden und wo die Angabe zu finden ist.

Von Manuel Rutsch · Stand: 8. Oktober 2026 · 2 Min. Lesezeit

Definition

Die Reflexionsklasse gibt an, welche Mindestwerte der Rückstrahlung eine Folie auf Verkehrszeichen und Verkehrseinrichtungen erreichen muss. Gemessen wird der sogenannte Rückstrahlwert, also wie viel des einfallenden Lichts in Richtung der Lichtquelle zurückkommt. Die physikalische Grundlage dahinter heißt Retroreflexion.

Die Messung erfolgt unter festgelegten Winkeln. Der Beobachtungswinkel bildet den Abstand zwischen Scheinwerfer und Fahrerauge nach, der Anleuchtungswinkel die Schräglage des Zeichens zur Fahrtrichtung. Eine Klasse ist deshalb keine einzelne Zahl, sondern eine Tabelle von Mindestwerten je Farbe und Winkel. Sie beschreibt, was eine Folie im Neuzustand mindestens leisten muss, nicht wie sie nach zwei Wintern an der Straße aussieht.

Die drei Klassen

KlasseGrundlageKurzbeschreibung
RA1Europäische Norm für VerkehrszeichenEinfache Rückstrahlung, meist mit eingebetteten Glasperlen
RA2Europäische Norm für VerkehrszeichenDeutlich höhere Mindestwerte, verkapselte Glasperlen oder Mikroprismen
RA3Zusätzlich national in Deutschland beschriebenMikroprismatische Folien mit sehr hohen Werten, auch bei großen Winkeln

Die Klasse steht in der Regel auf dem Rückseitenetikett des Zeichens oder in den Unterlagen des Herstellers. Für Leitbaken, Absperrschranken und Leitkegel enthalten die jeweiligen Technischen Lieferbedingungen eigene Vorgaben zur Rückstrahlung, etwa die TL-Leitbaken. Welche Klasse an einer bestimmten Arbeitsstelle verlangt ist, ergibt sich aus Regelwerk, Anordnung und Leistungsbeschreibung. Eine pauschale Klasse für alle Baustellen gibt es nicht.

Bedeutung für die Kontrolle

Auf der Strecke misst niemand Rückstrahlwerte. Was eine Kontrolle leisten kann, ist der Vergleich. Kontrollfahrer fahren eine Arbeitsstelle bei Dunkelheit mit Abblendlicht an und achten darauf, ob einzelne Zeichen oder Baken deutlich dunkler bleiben als ihre Nachbarn. Typische Ursachen sind ganz unterschiedlich:

  • Folie gealtert, ausgeblichen oder mit Wasser unterwandert
  • Starke Verschmutzung durch Baustellenverkehr, Spritzwasser oder Streusalz
  • Gemischtes Material verschiedener Klassen in einer Leitlinie
  • Zeichen zu stark verdreht, sodass der Anleuchtungswinkel ungünstig wird

Schmutz und Ausrichtung lassen sich im Rahmen der Wartung beheben. Gealterte Folie dagegen nicht, das Teil muss getauscht werden. Dann geht eine Meldung mit Foto an den Verkehrssicherer. Ausführlich behandelt das Thema der Ratgeber Reflexionsklassen an Verkehrseinrichtungen, die Abgrenzung zwischen Reinigen und Tauschen steht unter verschmutzte und verblasste Verkehrszeichen.

Fragen zum Begriff

Woran erkenne ich die Reflexionsklasse eines Zeichens?

Meist an einem Etikett auf der Rückseite des Zeichens oder an den Lieferunterlagen. Am Zeichen selbst lässt sich die Klasse von außen nicht sicher ablesen.

Ist RA3 immer besser als RA2?

RA3 hat höhere Mindestwerte. Ob sie an einer Stelle nötig ist, hängt von Strecke, Geschwindigkeit, Fremdlicht und den Vorgaben des Auftraggebers ab.

Behält eine Folie ihre Klasse über die ganze Lebensdauer?

Die Klasse beschreibt den Neuzustand. Alterung, Schmutz und Beschädigung senken die Rückstrahlung im Lauf der Zeit, deshalb sind Nachtkontrollen wichtig.

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