Was eine Umleitung ist
Eine Umleitung führt den Verkehr auf einer anderen Strecke um eine Stelle herum, die er nicht passieren kann oder soll. An Arbeitsstellen ist sie die Folge einer Vollsperrung oder einer Sperrung für bestimmte Verkehrsarten, etwa für Lkw oder für eine Fahrtrichtung. Sie beginnt dort, wo der Verkehr die gewohnte Strecke verlassen muss, und endet, wo er auf sie zurückkehrt.
Von der Baustellenumleitung zu unterscheiden ist die Bedarfsumleitung. Diese ist dauerhaft für Autobahnen ausgeschildert und nicht an eine einzelne Arbeitsstelle gebunden.
Wer die Strecke festlegt
Die Umleitungsstrecke ist Teil der verkehrsrechtlichen Anordnung. Die Straßenverkehrsbehörde stimmt sie in der Regel mit den Baulastträgern der betroffenen Straßen, mit der Polizei und oft mit dem Nahverkehr ab. Dabei geht es um Fragen wie: Trägt die Ersatzstrecke den Schwerverkehr? Gibt es Brücken mit Gewichts- oder Höhenbeschränkung? Führt die Strecke durch Wohngebiete oder an Schulen vorbei?
Gerade im ländlichen Raum von Mecklenburg-Vorpommern oder Niedersachsen kann eine Umleitung durch mehrere Gemeinden führen und viele Kilometer lang sein. In Städten wie Hamburg oder Bremen ist sie kürzer, hat aber deutlich mehr Abzweige, an denen ein Wegweiser stehen muss.
Die Beschilderung
Für die Ausschilderung sieht die StVO eigene Richtzeichen vor, die im Eintrag Zeichen 454 bis 457 beschrieben sind: Ankündigung, Wegweiser an jedem Richtungswechsel und das Ende der Umleitung. Bei mehreren gleichzeitigen Umleitungen werden sie nummeriert, damit sie sich nicht vermischen.
Eine Umleitung ist nur so gut wie ihr schwächstes Schild. Fehlt ein einziger Wegweiser an einem Kreisverkehr, landen Ortsunkundige in Wohnstraßen oder vor der Sperrung. Deshalb gilt der Grundsatz: Jede Stelle, an der man falsch abbiegen kann, braucht eine eindeutige Führung.
So wird eine Umleitung kontrolliert
Die Kontrolle einer Umleitung ist mehr als ein Blick auf die Sperrung. Bewährt hat sich dieser Ablauf:
- Strecke anhand des Verkehrszeichenplans vorab festlegen, mit allen Abzweigen
- Umleitung vollständig abfahren, und zwar aus jeder angeordneten Richtung
- an jedem Abzweig prüfen, ob der Wegweiser da ist, richtig zeigt und lesbar ist
- Ende der Umleitung prüfen, damit niemand weiter nach Schildern sucht
- auf Altschilder früherer Bauphasen achten, die in eine andere Richtung weisen
- Befunde mit Foto, Standort und Zeit dokumentieren
Verdrehte Wegweiser richten Kontrollfahrer im Rahmen der Fahrt wieder aus. Fehlende Schilder oder eine Streckenführung, die nicht mehr passt, gehen an die Bauleitung. Mehr Details zur Methodik stehen im Ratgeber Umleitungsbeschilderung kontrollieren.
Typische Schwachstellen
Viele Probleme entstehen nicht beim Aufbau, sondern im Laufe der Wochen. Schilder werden von Mähfahrzeugen beschädigt, von Unbekannten gedreht oder durch Bewuchs verdeckt. Navigationsgeräte führen Ortskundige auf Schleichwege, die gar nicht Teil der Umleitung sind. Und nach einem Bauphasenwechsel bleiben alte Wegweiser stehen. Regelmäßige Kontrollen, wie Staffsec sie als Streckenkontrolle anbietet, decken solche Veränderungen früh auf.