Ein Oberbegriff mit mehreren Bedeutungen
Baustellenkontrolle ist im Sprachgebrauch der Verkehrssicherung ein weiter Begriff. Gemeint ist jede Prüfung, ob eine Arbeitsstelle im öffentlichen Verkehrsraum so abgesichert ist, wie es angeordnet wurde. Das reicht von der Eigenkontrolle des Poliers über die regelmäßige Kontrollfahrt eines Dienstleisters bis zur Prüfung durch die Straßenverkehrsbehörde oder Polizei.
Auf Websites und in Ausschreibungen steht der Begriff oft für die beauftragte, wiederkehrende Kontrolle der Sicherung. Mit Arbeitsschutzbegehungen auf der Baustelle oder der Bauüberwachung im Sinne der Qualität hat das wenig zu tun.
Wer kontrolliert was?
| Beteiligter | Anlass | Blick auf |
|---|---|---|
| Bauunternehmen / Polier | Arbeitsbeginn und Arbeitsende | eigene Arbeitsstelle, Arbeitsbereich |
| Verkehrssicherer | nach Aufbau, Umbau, Schadensmeldung | das selbst aufgestellte Material |
| Beauftragter Kontrolldienst | vereinbarte Intervalle, auch nachts und am Wochenende | Übereinstimmung mit der Anordnung, Funktion, Sicht |
| Straßenverkehrsbehörde / Baulastträger | Stichproben, Abnahme, Beschwerden | Einhaltung der Anordnung |
Wichtig ist, dass diese Kontrollen sich ergänzen und nicht gegenseitig ersetzen. Die behördliche Stichprobe nimmt dem Unternehmen keine Pflicht ab; umgekehrt entbindet eine beauftragte Kontrolle die Bauleitung nicht davon, auf Hinweise zu reagieren.
Was eine gründliche Kontrolle ausmacht
Eine Baustellenkontrolle, die im Streitfall trägt, hat drei Eigenschaften: Sie folgt einem festen Prüfschema, sie findet zu den maßgeblichen Zeiten statt, und sie ist nachvollziehbar dokumentiert. Ein langsames Vorbeifahren ohne Aussteigen erfüllt das in der Regel nicht, weil sich Standsicherheit, Akkustand oder ein umgekippter Leitkegel hinter der Kurve so kaum beurteilen lassen.
Sinnvoll ist, die Arbeitsstelle in Fahrtrichtung wie ein Verkehrsteilnehmer zu erleben und danach die kritischen Punkte zu Fuß anzusehen, etwa Übergänge für Fußgänger oder die Sicherung an Baugruben. Welche Punkte dazugehören, zeigt die Checkliste Kontrollfahrt; gefundene Mängel landen im Kontrollprotokoll.
Ein typischer Ablauf vor Ort
Der Kontrollfahrer nähert sich der Arbeitsstelle aus jeder Richtung, aus der Verkehr kommt, und achtet zuerst auf die Vorwarnung. Danach folgt die Absperrung selbst, anschließend die Wege für Fußgänger und Radfahrer. Zum Schluss wird geprüft, ob am Ende der Arbeitsstelle die Aufhebung steht und ob Material herumliegt, das nicht zur Sicherung gehört. Was vor Ort zu richten ist, wird gerichtet; alles andere geht als Meldung an die Bauleitung.
Bei uns übernehmen MVAS-geschulte Kontrollfahrer diese Prüfung, dokumentiert mit Foto und Zeitstempel.