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Glossar

Kontrollfahrt

Was eine Kontrollfahrt an einer Arbeitsstelle ist, was dabei geprüft wird und wie sie sich von Wartung und Streckenkontrolle unterscheidet.

Von Manuel Rutsch · Stand: 8. Oktober 2026 · 2 Min. Lesezeit

Begriff in einem Satz

Eine Kontrollfahrt ist die planmäßige Überprüfung einer abgesicherten Arbeitsstelle im Straßenraum: Ein fachkundiger Kontrollfahrer fährt die Sicherung ab, vergleicht sie mit der angeordneten Verkehrsführung und hält den Zustand fest. Ziel ist, dass die Absicherung zu jeder Tageszeit so wirkt, wie die Behörde sie angeordnet hat.

Rechtlich hängt die Kontrollfahrt an der Verkehrssicherungspflicht nach § 823 BGB. Vertraglich wird sie meist über die ZTV-SA 97 vereinbart, fachlich bildet die RSA 21 den Maßstab dafür, wie die Sicherung aussehen muss. Wer die Kontrollen übernimmt, sollte nach MVAS geschult sein.

Was bei einer Kontrollfahrt geprüft wird

Geprüft wird nicht nach Gefühl, sondern gegen den Verkehrszeichenplan oder den Regelplan aus der Anordnung. Typische Prüfpunkte:

  • Vollständigkeit und Stellung der Verkehrszeichen, von der Vorwarnung bis zum Ende der Arbeitsstelle
  • Stand, Abstand und Ausrichtung von Leitbaken, Absperrschranken und Leitkegeln
  • Funktion und Ladezustand der Warnleuchten, Lauflichter und Vorwarnanzeiger
  • Standsicherheit: Fußplatten, Ballast, Sandsäcke, Windlast bei Sturm
  • Sicht und Sauberkeit: verschmutzte oder verdeckte Schilder, zugewachsene Zeichen, gültige und ungültige Markierungen
  • Gehwege, Notwege und Querungen für Fußgänger und Radfahrer

Jeder Mangel wird mit Ort, Uhrzeit und Foto erfasst und an die verantwortliche Stelle gemeldet. Wie ein vollständiger Bericht aufgebaut ist, beschreibt das Kontrollprotokoll; eine Prüfreihenfolge für unterwegs bietet die Checkliste für die Kontrollfahrt.

Abgrenzung zu Wartung, Strecken- und Baustellenkontrolle

Die Kontrollfahrt ist im Kern eine Prüftätigkeit. Kleine Handgriffe vor Ort gehören in der Praxis dazu, etwa eine umgedrückte Bake aufrichten oder einen leeren Akku tauschen. Sobald Material ersetzt, umgebaut oder neu aufgestellt werden muss, ist das Sache des Verkehrssicherers. Steht die Instandhaltung im Vordergrund, spricht man eher von einer Wartungsfahrt.

Die Streckenkontrolle betrachtet einen längeren Abschnitt mit mehreren Sicherungen am Stück. Die Baustellenkontrolle ist der Oberbegriff für alle Prüfungen an einer einzelnen Arbeitsstelle, auch solche zu Fuß. Den ausführlichen Vergleich finden Sie im Ratgeber Kontrollfahrt, Streckenkontrolle und Wartung.

BegriffSchwerpunktErgebnis
KontrollfahrtPrüfen einer Arbeitsstelle gegen die AnordnungBericht mit Mängeln und Meldung
WartungsfahrtInstandhalten des SicherungsmaterialsFunktionsfähige Sicherung, Wartungsnachweis
StreckenkontrollePrüfen eines Abschnitts mit mehreren SicherungenBericht je Abschnitt

Fragen zum Begriff

Wie oft muss eine Kontrollfahrt stattfinden?

Das ergibt sich aus Bauvertrag, ZTV-SA und verkehrsrechtlicher Anordnung. Bei Arbeitsstellen längerer Dauer sind tägliche Kontrollen üblich, auch an arbeitsfreien Tagen und nach Unwettern. Der Begriff Kontrollintervall erklärt die Einzelheiten.

Darf ein Kontrollfahrer Mängel selbst beheben?

Kleine Korrekturen wie das Aufrichten einer Bake oder ein Akkutausch sind üblich und sinnvoll. Größere Eingriffe in die Verkehrsführung bleiben beim Verkehrssicherer, der die Absicherung aufgestellt hat.

Ersetzt eine externe Kontrollfahrt die Pflicht des Bauunternehmens?

Nein. Die Pflicht kann zur Ausführung übertragen werden, eine Restverantwortung für Auswahl und Überwachung des Dienstleisters bleibt beim Auftraggeber.

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