Begriff und Zweck
Ein Bereitschaftsdienst stellt sicher, dass für eine Arbeitsstelle auch außerhalb der üblichen Arbeitszeit jemand erreichbar ist, der Entscheidungen treffen und Hilfe organisieren kann. Abends, nachts, am Wochenende und an Feiertagen steht die Absicherung weiter im Verkehr, während auf der Baustelle niemand arbeitet. Genau in diesen Stunden werden Baken umgefahren, Warnleuchten fallen aus oder ein Sturm verschiebt Absperrungen.
Die Bereitschaft ist dabei die organisierte Erreichbarkeit. Das tatsächliche Ausrücken, wenn etwas passiert ist, wird meist als Notdienst bezeichnet. Beides hängt eng zusammen, ist aber nicht dasselbe.
Woraus sich die Pflicht ergibt
Die Verkehrssicherungspflicht endet nicht mit Feierabend. Wer eine Arbeitsstelle im öffentlichen Verkehrsraum einrichtet, muss dafür sorgen, dass Gefahren auch nachts erkannt und beseitigt werden. In der verkehrsrechtlichen Anordnung wird üblicherweise eine verantwortliche Person mit Telefonnummer benannt, die bei Störungen erreichbar sein muss. Polizei, Straßenmeisterei oder Kontrolldienst rufen im Ernstfall genau diese Nummer an.
Fällt die Erreichbarkeit aus, weil das Diensthandy im Büro liegt oder eine Vertretung im Urlaub nicht geregelt ist, ist das ein klassischer Organisationsmangel.
Was ein funktionierender Bereitschaftsdienst braucht
- Einen festen Plan, wer wann Bereitschaft hat, einschließlich Feiertagen und Urlaubszeiten.
- Eine Rufnummer, die weitergeleitet wird, statt wechselnder Handynummern.
- Zugriff auf Ersatzmaterial und ein Fahrzeug, das schnell einsatzbereit ist.
- Die aktuellen Pläne der Arbeitsstellen, damit der Diensthabende weiß, wie die Absicherung aussehen soll.
- Eine Liste mit Ansprechpartnern beim Verkehrssicherer, beim Auftraggeber und bei der Behörde.
- Eine kurze Rückmeldung an den Meldenden, dass die Meldung angekommen ist.
Gerade kleinere Bauunternehmen, die mehrere verstreute Baustellen in Schleswig-Holstein oder Niedersachsen betreuen, unterschätzen den Aufwand. Eine Bereitschaft für eine Arbeitsstelle auf einer Bundesstraße bei Itzehoe und eine zweite in der Lüneburger Heide verlangt Wege, die nachts lang werden.
Zusammenspiel mit Kontrollfahrten
Bereitschaftsdienst und Kontrollfahrt ergänzen sich. Die Kontrollfahrt sucht Mängel aktiv auf, statt zu warten, bis jemand anruft. Der Bereitschaftsdienst sorgt dafür, dass ein gefundener Mangel, der vor Ort nicht behoben werden kann, auch nachts in die richtigen Hände gelangt. Wie Kontrollen zu Randzeiten ablaufen, beschreibt der Ratgeber Kontrolle an Wochenenden und Feiertagen.
Unsere hauseigene 24/7-Leitstelle nimmt Meldungen der Kontrollfahrer entgegen und gibt sie an den Bereitschaftsdienst der Bauleitung weiter.