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Glossar

Notdienst (Verkehrssicherung)

Notdienst in der Verkehrssicherung: wann er ausrückt, wer ihn auslöst und was in den ersten Minuten an einer gestörten Arbeitsstelle zählt.

Von Manuel Rutsch · Stand: 8. Oktober 2026 · 2 Min. Lesezeit

Was ist ein Notdienst in der Verkehrssicherung?

Der Notdienst ist der kurzfristige Einsatz an einer Arbeitsstelle, wenn deren Absicherung gestört ist und dadurch eine Gefahr für den Verkehr oder für Beschäftigte entsteht. Er wird ausgelöst durch einen Anruf der Polizei, der Straßenmeisterei, eines Kontrollfahrers oder eines aufmerksamen Bürgers und endet, wenn die Stelle wieder sicher ist.

Damit unterscheidet sich der Notdienst vom Bereitschaftsdienst: Die Bereitschaft hält jemanden erreichbar, der Notdienst ist das tatsächliche Ausrücken.

Typische Anlässe

  • Ein Fahrzeug hat die Absperrung durchbrochen oder Baken umgefahren.
  • Die Baustellenampel ist ausgefallen oder zeigt in beiden Richtungen Grün.
  • Sturm hat Schilder oder Bauzäune in den Verkehrsraum geweht, siehe Unwetterkontrolle.
  • Absperrmaterial wurde gestohlen oder mutwillig verschoben.
  • Starkregen hat Ballast weggespült oder Fußplatten unterspült.
  • Eine Querabsperrung vor einer offenen Grube ist in der Dunkelheit unbeleuchtet.

Allen Fällen gemeinsam ist, dass sie nicht bis zum nächsten Arbeitstag warten können. Hier zählt, dass jemand mit Material und Fahrzeug zur Stelle kommt.

Ablauf eines Einsatzes

SchrittWorauf es ankommt
Meldung aufnehmenGenaue Lage, Art der Störung, sind Personen verletzt?
Eigene SicherheitWarnkleidung, Fahrzeug mit Warnmarkierung und Rundumleuchte sicher abstellen
ErstsicherungGefahrenstelle mit vorhandenen Mitteln kenntlich machen
WiederherstellungAbsicherung nach dem angeordneten Plan wieder aufbauen lassen oder ergänzen
DokumentationFotos vorher und nachher, Uhrzeiten, beteiligte Stellen

Bei einem Unfall mit Verletzten haben Rettung und Polizei Vorrang. Der Notdienst kümmert sich erst um die Absicherung, wenn die Einsatzkräfte das zulassen, und ändert vorher nichts an der Unfallstelle.

Nach dem Einsatz gehört eine kurze Nachricht an die Bauleitung dazu. Oft ist am nächsten Morgen eine dauerhafte Reparatur durch den Verkehrssicherer nötig, etwa weil Ersatzbaken nur provisorisch stehen.

Vorbereitung entscheidet

Ein Notdienst ist nur so schnell wie seine Vorbereitung. Wer nachts erst die Pläne suchen muss oder kein Ersatzmaterial im Fahrzeug hat, verliert Zeit. Regelmäßige Nachtkontrollen verringern die Zahl der Einsätze, weil schwache Akkus und lockere Standfüße auffallen, bevor daraus ein Ausfall wird. Ausführlich zum Thema: der Ratgeber Notdienst an der Baustelle.

Bei Staffsec laufen Störungsmeldungen über die hauseigene 24/7-Leitstelle, die Kontrollfahrer einsetzt und die Bauleitung umgehend informiert.

Fragen zum Begriff

Wer bezahlt einen Notdiensteinsatz nach einem Unfall?

Das hängt vom Einzelfall und von den Verträgen ab. Häufig werden die Kosten gegenüber dem Unfallverursacher oder dessen Versicherung geltend gemacht. Eine gute Dokumentation mit Fotos und Uhrzeiten erleichtert das deutlich.

Darf ein Notdienst die Verkehrsführung ändern?

Zur Abwehr einer akuten Gefahr dürfen vorübergehende Sicherungsmaßnahmen getroffen werden. Dauerhafte Abweichungen von der Anordnung müssen mit der zuständigen Behörde abgestimmt werden.

Was gehört in ein Notdienstfahrzeug?

Bewährt haben sich Leitbaken mit Fußplatten, Leitkegel, Warnleuchten mit geladenen Akkus, gängige Verkehrszeichen, Ballast, Warnkleidung und eine Kamera oder ein Smartphone zur Dokumentation.

Fragen? Wir beraten Sie gerne!