Definition
Eine Unwetterkontrolle ist eine zusätzliche, außerplanmäßige Kontrolle der Absicherung einer Arbeitsstelle, die wegen eines Wetterereignisses angesetzt wird. Sie ergänzt die regulären Kontrollen im vereinbarten Kontrollintervall. Anlass sind Sturm, Orkanböen, Gewitter mit Starkregen, plötzlicher Schneefall oder Eisregen.
Der Gedanke dahinter ist einfach: Die Absicherung ist für normale Bedingungen ausgelegt. Bei extremem Wetter kann sie innerhalb kurzer Zeit versagen, und die nächste planmäßige Kontrolle käme dann womöglich zu spät.
Wann eine Unwetterkontrolle sinnvoll ist
Feste Schwellenwerte schreibt kein Regelwerk vor. In der Praxis orientieren sich viele Bauleitungen an den amtlichen Unwetterwarnungen des Deutschen Wetterdienstes. An der Nord- und Ostseeküste, auf Brücken und auf freien Strecken in der Marsch kommt Wind schneller und heftiger an als im Binnenland. Hier lohnt eine Kontrolle schon bei Warnungen, die im Landesinneren noch harmlos wirken.
- Vor dem Ereignis: Ballast prüfen, lose Teile sichern, Bauzaunfelder auf Windlast prüfen lassen.
- Während des Ereignisses: nur, wenn es die eigene Sicherheit zulässt, und vor allem an kritischen Punkten wie Querabsperrungen.
- Unmittelbar danach: vollständige Kontrolle aller betroffenen Arbeitsstellen mit Dokumentation.
Typische Schäden nach Unwettern
| Wetter | Häufige Folgen an der Absicherung |
|---|---|
| Sturm und Böen | Umgewehte Baken und Schilder, verschobene Bauzäune, verdrehte Zeichen |
| Starkregen | Unterspülte Fußplatten, weggeschwemmte Sandsäcke, verschmutzte Folien |
| Schnee | Verdeckte Zeichen und Leuchten, von Räumfahrzeugen beschädigte Baken |
| Eisregen und Frost | Vereiste Leuchten, schwächere Akkus, gefrorene Beschläge |
Nach einem Sturm ist auch die Umgebung wichtig. Abgerissene Äste können Zeichen verdecken, und Material von anderen Baustellen kann in den Verkehrsraum geweht sein. Mehr zu den Wirkungen von Wasser auf die Standsicherheit steht im Blog unter Gewitter, Starkregen und unterspülte Fußplatten.
Organisation und Nachweis
Damit eine Unwetterkontrolle schnell anläuft, sollte sie vorher vereinbart sein: Wer entscheidet, dass gefahren wird, welche Arbeitsstellen haben Vorrang, und wer bekommt die Meldungen? Wer viele Baustellen gleichzeitig betreut, legt eine Reihenfolge fest, die mit den gefährlichsten Stellen beginnt, etwa Autobahnen, Bundesstraßen und Querabsperrungen vor Gruben.
Der Bericht über eine Unwetterkontrolle ist später oft wertvoll. Nach einem Unfall kann er zeigen, dass auf eine Warnung reagiert wurde. Hinweise zur Vorbereitung bietet der Ratgeber Sturm an der Baustelle.
Unsere Kontrollfahrer übernehmen auf Anforderung zusätzliche Kontrollen bei Unwetterlagen und dokumentieren den Zustand jeder Arbeitsstelle mit Foto und GPS-Bezug.