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Glossar

Verkehrszeichen 620 – Leitpfosten

Verkehrszeichen 620 erklärt: wie Leitpfosten den Straßenverlauf zeigen, warum sie an Arbeitsstellen zum Problem werden können und was zu prüfen ist.

Von Manuel Rutsch · Stand: 8. Oktober 2026 · 2 Min. Lesezeit

Was der Leitpfosten anzeigt

Zeichen 620 ist der Leitpfosten. Anlage 4 der StVO ordnet ihn einem eigenen Abschnitt zu, der Einrichtung zur Kennzeichnung des Straßenverlaufs. Die StVO beschreibt den Zweck so: Leitpfosten können an den Straßenseiten stehen, um den Verlauf der Straße kenntlich zu machen, in der Regel im Abstand von 50 Metern und in Kurven verdichtet.

Der Pfosten ist weiß mit einem schwarzen Band. Rechts in Fahrtrichtung trägt er einen länglichen, rechteckigen Rückstrahler, links zwei kleine runde. So erkennt der Fahrer nachts auch ohne Markierung, auf welcher Seite die Straße begrenzt ist und wie sie weiterläuft. Anders als die Absperrgeräte nach Zeichen 600 bis 616 ist der Leitpfosten nicht rot-weiß und keine Absperrung, sondern eine reine Leiteinrichtung.

Warum er an Arbeitsstellen wichtig wird

Leitpfosten gehören zur Straße, nicht zur Baustelle. Für Unterhaltung und Ersatz ist im Normalfall der Straßenbaulastträger zuständig. An Arbeitsstellen kommen sie trotzdem in zwei Situationen ins Spiel.

  • Widerspruch zur Verkehrsführung: Wird der Verkehr verschwenkt oder auf die Gegenfahrbahn übergeleitet, zeigen die alten Pfosten weiterhin den ursprünglichen Verlauf. Nachts kann ihr Licht den Fahrer in die falsche Richtung lenken. Ob sie entfernt, abgedeckt oder belassen werden, legt der Verkehrszeichenplan fest.
  • Schäden durch den Baubetrieb: Baumaschinen, Lkw und Mähfahrzeuge fahren Pfosten um oder knicken sie. Bleibt ein solcher Schaden unbemerkt, fehlt nach dem Rückbau der Absicherung ein Stück Straßenausstattung.

Gerade auf Kreisstraßen in Niedersachsen oder Mecklenburg-Vorpommern ohne Seitenmarkierung sind Leitpfosten nachts oft die einzige Orientierung. Fehlen dort mehrere hintereinander, fällt das bei Dunkelheit deutlich auf.

Was Kontrollfahrer festhalten

Leitpfosten sind kein Teil der aufgestellten Absicherung und werden von uns nicht gewartet. Bei einer Kontrollfahrt fallen sie trotzdem auf, weil der Kontrollfahrer die Strecke mit den Augen des Verkehrsteilnehmers abfährt. Zwei Fragen stehen dabei im Vordergrund: Passt das Bild aus Pfosten und Baken zur angeordneten Führung, oder entsteht ein widersprüchlicher Eindruck? Und gibt es im Baustellenbereich frische Schäden, die dokumentiert werden sollten?

Unsere Kontrollfahrer halten solche Beobachtungen mit Foto und Standort im Bericht fest und melden sie der Bauleitung. Die Fotodokumentation hilft später bei der Frage, ob ein Schaden während der Bauzeit entstanden ist.

Fragen zum Begriff

Wer ersetzt einen umgefahrenen Leitpfosten im Baustellenbereich?

Grundsätzlich ist der Straßenbaulastträger für Leitpfosten zuständig. Ist der Schaden durch den Baubetrieb entstanden, kann das Bauunternehmen in der Pflicht sein. Eine frühe Dokumentation erleichtert die Klärung.

Müssen Leitpfosten bei einer Verschwenkung entfernt werden?

Wenn sie einen anderen Verlauf anzeigen als die Baustellenführung, können sie irreführen. Was mit ihnen geschieht, regelt der Verkehrszeichenplan im Einzelfall.

Warum haben Leitpfosten links andere Rückstrahler als rechts?

Damit der Fahrer nachts sofort erkennt, welche Straßenseite er sieht. Rechts ist der Rückstrahler länglich, links sind es zwei runde Punkte.

Fragen? Wir beraten Sie gerne!