+49 4321 78 33 590
Glossar

Teil D RSA

Teil D der RSA 21 kurz erklärt: was er für Autobahnbaustellen regelt, welche Einrichtungen typisch sind und wie Kontrollen dort ablaufen.

Von Manuel Rutsch · Stand: 8. Oktober 2026 · 3 Min. Lesezeit

Begriff und Geltungsbereich

Teil D RSA ist der Teil der RSA 21, der die Sicherung von Arbeitsstellen an Autobahnen behandelt. Zusammen mit dem allgemeinen Teil A RSA bildet er die Grundlage für Verkehrsführungen auf Autobahnen, von der kurzen Tagesbaustelle auf dem Seitenstreifen bis zur Fahrbahnerneuerung über eine ganze Saison.

Die Bedingungen unterscheiden sich grundlegend von innerorts und von Landstraßen. Hohe Geschwindigkeiten, mehrere Fahrstreifen je Richtung und ein hoher Anteil schwerer Fahrzeuge lassen kaum Spielraum für Fehler. Eine Sicherung muss auf große Entfernung erkennbar sein und den Verkehr frühzeitig und eindeutig lenken.

Typische Elemente an Autobahnbaustellen

  • Verkehrsführungen mit Überleitung auf die Gegenfahrbahn und eingeengten Fahrstreifen
  • Transportable Schutzeinrichtungen zur Trennung von Gegenverkehr oder zum Schutz des Arbeitsbereichs
  • Gelbe Markierung, die für die Dauer der Arbeiten die weiße Markierung außer Kraft setzt
  • Gestaffelte Geschwindigkeitsbeschränkungen und Überholverbote für Lkw nach Plan
  • Fahrbare Absperrtafeln und Sicherungsfahrzeuge bei kürzerer Dauer und beweglichen Arbeitsstellen
  • Vorwarnung über weite Strecken, oft mehrere Kilometer vor dem Beginn der Verkehrsführung

Welche Kombination angeordnet ist, ergibt sich aus Regelplan, Verkehrszeichenplan und Anordnung. Für Autobahnen des Bundes ist seit 2021 die Autobahn GmbH des Bundes zuständig; Ansprechpartner und Abläufe weichen daher oft von denen an Landes- und Kreisstraßen ab.

Kontrolle an der Autobahn

Kontrollen auf der Autobahn sind vor allem eine Frage der Eigensicherung. Anhalten auf dem Fahrstreifen ist keine Option, Aussteigen nur dort, wo es geschützt möglich ist. Ein großer Teil der Prüfung erfolgt deshalb aus dem fahrenden Fahrzeug heraus: Sind alle Zeichen der Vorwarnung vorhanden und lesbar? Ist die gelbe Markierung durchgehend erkennbar, auch bei Nässe? Steht die Schutzeinrichtung ohne Lücken und Verschiebungen? Brennen die Warnleuchten im Überleitungsbereich?

Typische Befunde sind verschobene oder angefahrene Elemente nach Lkw-Kontakt, abgelöste gelbe Folie, verdrehte Zeichen durch Fahrtwind großer Fahrzeuge und Teile von Ladung im Baustellenbereich. Was sich nicht gefahrlos im Rahmen der Fahrt beheben lässt, meldet der Kontrollfahrer sofort an die Bauleitung, die das weitere Vorgehen veranlasst.

Ausführlicher zu Abläufen und Schwerpunkten informiert der Ratgeber Autobahnbaustelle kontrollieren. Unsere Kontrollfahrer sind auch auf Autobahnen in Norddeutschland unterwegs und dokumentieren jede Runde mit Foto, Zeitstempel und GPS-Bezug.

Fragen zum Begriff

Gilt Teil D auch für autobahnähnliche Bundesstraßen?

Teil D ist für Autobahnen geschrieben. Ob seine Anforderungen auch für autobahnähnlich ausgebaute Straßen herangezogen werden, legt die zuständige Behörde im Einzelfall fest. Maßgeblich ist die Anordnung für die Arbeitsstelle.

Warum ist die Kontrolle an Autobahnbaustellen so aufwendig?

Die Verkehrsführungen sind lang, die Vorwarnung reicht weit vor die Arbeitsstelle und ein sicherer Halt ist nur an wenigen Stellen möglich. Hinzu kommt, dass beide Fahrtrichtungen betroffen sein können.

Wer ist an Autobahnen der Ansprechpartner der Bauunternehmen?

Bei Autobahnen des Bundes ist die Autobahn GmbH des Bundes mit ihren Niederlassungen zuständig. Welche Stelle im Einzelfall anordnet und abnimmt, ergibt sich aus den Unterlagen der jeweiligen Maßnahme.

Fragen? Wir beraten Sie gerne!