Definition
Eine transportable Schutzeinrichtung ist ein vorübergehend aufgestelltes Fahrzeugrückhaltesystem. Sie besteht aus einzelnen Elementen, die vor Ort zu einer durchgehenden Wand gekuppelt werden. Anders als Leitbaken oder Leitschwellen soll sie ein abkommendes Fahrzeug tatsächlich aufhalten oder zurück in die Fahrtrichtung lenken. Damit schützt sie zwei Seiten zugleich: die Menschen im Arbeitsbereich und die Insassen, die sonst in eine Baugrube, gegen eine Maschine oder in den Gegenverkehr geraten würden.
Was die Lieferbedingungen dazu sagen, erklärt der Eintrag TL-Transportable Schutzeinrichtungen. Hier geht es um die Bauteile und den Blick darauf im laufenden Betrieb.
Bauarten im Überblick
| Werkstoff | Merkmal | Häufiger Einsatz |
|---|---|---|
| Beton-Fertigteile | Hohes Eigengewicht, Elemente über Kupplungen verbunden | Mittelstreifenüberfahrten und Verkehrsführungen mit Gegenverkehr auf Autobahnen |
| Stahl | Schlanke Bauform, geringerer Platzbedarf | Enge Querschnitte, Brücken, Arbeitsstellen mit wenig Restbreite |
| Kunststoff, mit Wasser gefüllt | Leicht zu versetzen, Wirkung hängt von Prüfung und Füllung ab | Leitende Abgrenzung bei niedrigen Geschwindigkeiten, sofern zugelassen |
Die Leistung im Anprall wird nach DIN EN 1317 geprüft. Für vorübergehende Einrichtungen sind die Aufhaltestufen T1 bis T3 gebräuchlich, bei höheren Anforderungen kommen auch Stufen wie N2 oder H1 und darüber vor. Dazu gehört immer ein Wirkungsbereich: der Raum, den die Wand beim Anprall nach hinten ausweicht. Welche Stufe an einer Arbeitsstelle verlangt ist, regeln RSA 21, Anordnung und Vorgaben der Straßenbauverwaltung. Den größeren Zusammenhang mit Planung und Ausschreibung beschreibt der Ratgeber Transportable Schutzeinrichtungen.
Typische Befunde
Eine Schutzwand sieht auch dann noch ordentlich aus, wenn sie ihre Aufgabe nicht mehr voll erfüllt. Deshalb lohnt der Blick auf Einzelheiten. Wer an einer Autobahnbaustelle in Schleswig-Holstein die Wand bei Tempo vorbeiziehen sieht, erkennt davon wenig. Die Prüfung gehört daher zu Fuß oder im Schritttempo an die Fuge zwischen zwei Elementen.
- Kupplungsbolzen gelöst oder verloren, Elemente stehen nur nebeneinander statt verbunden
- Versatz in der Flucht nach einem Streifschaden, Kante ragt in den Fahrstreifen
- Abplatzungen am Beton, freiliegende Bewehrung, verbogene Stahlprofile
- Wasserelemente mit sinkendem Füllstand oder Riss im Kunststoff
- Material, Container oder Maschinen im Wirkungsbereich hinter der Wand
- Fehlender Abschluss am Anfang, etwa ohne Anpralldämpfer oder vorgegebene Absenkung
- Leitmarkierung oder Rückstrahler auf der Wand verschmutzt oder abgefahren
Solche Befunde sind kein Fall für die schnelle Korrektur nebenbei. Eine verschobene Betonwand wird mit Gerät gerichtet, nicht von Hand. Die Kontrolle hält Lage, Umfang und Foto fest und meldet sofort an Bauleitung und Verkehrssicherer. Nach einem Anprall geht die Meldung zusätzlich an die Stelle, die nach Anordnung zu informieren ist.