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Glossar

Verkehrsrechtliche Erlaubnis

Was eine verkehrsrechtliche Erlaubnis ist, wie sie sich von Anordnung und Ausnahmegenehmigung unterscheidet und was das für die Baustelle heißt.

Von Manuel Rutsch · Stand: 8. Oktober 2026 · 2 Min. Lesezeit

Erlaubnis oder Anordnung?

Viele Antragsformulare der Straßenverkehrsbehörden tragen die Überschrift „Antrag auf verkehrsrechtliche Anordnung und Erlaubnis“. Das führt regelmäßig zu der Annahme, beides sei dasselbe. Rechtlich steckt dahinter aber ein Unterschied.

Die verkehrsrechtliche Anordnung regelt den Verkehr: Die Behörde bestimmt, welche Zeichen und Einrichtungen wo stehen. Eine verkehrsrechtliche Erlaubnis dagegen gestattet einem Antragsteller ein Verhalten, das nach der StVO sonst verboten oder erlaubnispflichtig wäre. Die Anordnung richtet sich also an den Verkehr, die Erlaubnis an den, der etwas im Straßenraum tun will.

InstrumentKernfrageBeispiel an der Arbeitsstelle
Anordnung nach § 45 StVOWie wird der Verkehr geführt?Einengung mit Leitbaken, Tempolimit, Umleitung
Erlaubnis bzw. AusnahmegenehmigungDarf der Antragsteller etwas tun, das sonst untersagt ist?Material oder Geräte vorübergehend auf der Fahrbahn abstellen, Fahrzeuge in gesperrten Bereichen bewegen
SondernutzungserlaubnisDarf die Straßenfläche über den Gemeingebrauch hinaus genutzt werden?Gerüst, Container oder Baustelleneinrichtung auf dem Gehweg

Wo der Begriff in der Praxis auftaucht

Die StVO kennt mehrere Erlaubnisse und Ausnahmegenehmigungen. Für Baustellen ist vor allem § 46 StVO von Bedeutung. Danach kann die Behörde in bestimmten Fällen Ausnahmen zulassen, zum Beispiel vom Verbot, Hindernisse auf die Straße zu bringen. Wie die einzelnen Bescheide heißen und ob sie mit der Anordnung zusammengefasst werden, handhaben die Behörden in Schleswig-Holstein, Hamburg oder Niedersachsen durchaus unterschiedlich.

  • Bescheid genau lesen: Welche Teile sind Anordnung, welche Erlaubnis?
  • Auflagen der Erlaubnis gelten zusätzlich zu den Auflagen der Anordnung
  • Befristungen können unterschiedlich lang sein und müssen getrennt überwacht werden
  • Bei Änderungen der Bauphase prüfen, ob beide Teile angepasst werden müssen

Bedeutung für die Kontrolle

Eine Erlaubnis enthält oft Bedingungen, die man draußen sehen kann: abgestelltes Material muss gesichert und beleuchtet sein, ein Bereich darf nur zu bestimmten Zeiten belegt werden. Bei einer Kontrollfahrt lohnt es sich, diese Punkte mitzunehmen. Ein Beispiel aus einer Ortsdurchfahrt in Mecklenburg-Vorpommern: Bordsteine lagern laut Erlaubnis innerhalb der Absperrung, nach einer Anlieferung liegen sie plötzlich davor im Fahrbahnrand. Das ist ein klassischer Fall für eine sofortige Meldung an die Bauleitung.

Wie Bauunternehmen, Bauherren und Verkehrssicherer die Verantwortung für solche Auflagen verteilen, beschreibt der Ratgeber Verantwortung von Bauherr, Bauunternehmen und Verkehrssicherer.

Fragen zum Begriff

Brauche ich für jede Baustelle eine verkehrsrechtliche Erlaubnis?

Nicht zwingend. Ob neben der Anordnung eine Erlaubnis oder Ausnahmegenehmigung nötig ist, hängt davon ab, was an der Arbeitsstelle geschieht. Im Zweifel gibt die zuständige Straßenverkehrsbehörde Auskunft.

Ersetzt die Erlaubnis die Sondernutzungserlaubnis?

Nein. Die Sondernutzungserlaubnis stammt aus dem Straßenrecht und wird vom Träger der Straßenbaulast oder der Kommune erteilt. Sie regelt die Nutzung der Fläche, nicht den Verkehr.

Wer überwacht die Auflagen der Erlaubnis?

Wie bei der Anordnung ist der Inhaber verpflichtet, die Auflagen einzuhalten und laufend zu prüfen. Die Behörde kann Stichproben machen, ersetzt die eigene Überwachung aber nicht.

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