Was eine Leitplatte ist
Zeichen 626 ist die Leitplatte. Die StVO führt sie in Anlage 4 im zweiten Abschnitt, bei den Einrichtungen zur Kennzeichnung von dauerhaften Hindernissen oder sonstigen gefährlichen Stellen. Typische Standorte sind die Spitzen von Verkehrsinseln, Mittelteiler, Pfeiler und Fahrbahnteiler an Einmündungen.
Die Platte ist rot-weiß schräg gestreift. Wie bei der Schraffenbake zeigen die Streifen nach unten zu der Seite, an der der Verkehr vorbeifährt. Steht die Leitplatte an einer Insel, an der links und rechts vorbeigefahren werden kann, gibt es Ausführungen, deren Streifen nach beiden Seiten abfallen.
Leitplatte oder Leitbake
Leitplatte und Leitbake nach Zeichen 605 werden oft verwechselt, weil ihr Muster ähnlich ist. Der Unterschied liegt in der Dauer und im Zweck:
- Die Leitplatte kennzeichnet ein festes Hindernis, das zur Straße gehört und bleibt.
- Die Leitbake gehört zu den Absperrgeräten des ersten Abschnitts und wird für Arbeits- und Unfallstellen vorübergehend aufgestellt.
- Die Leitplatte ist meist fest montiert, die Leitbake steht auf einem Fuß und kann versetzt werden.
- Für Unterhaltung und Ersatz der Leitplatte ist in der Regel der Straßenbaulastträger zuständig, für die Bake der Verkehrssicherer der Arbeitsstelle.
In der Nachbarschaft steht außerdem das Leitmal nach Zeichen 627. Es kennzeichnet in der Regel Gegenstände, die den Verkehr einschränken, etwa Pfeiler oder Durchfahrtsbegrenzungen.
Bedeutung im Baustellenbereich
Arbeitsstellen an Knotenpunkten verändern oft die Fahrlinien. Plötzlich fährt der Verkehr dicht an einer Inselspitze vorbei, die vorher kaum berührt wurde, oder Baufahrzeuge rangieren um einen Mittelteiler. Leitplatten werden dabei angefahren, verbogen oder verschmutzt. Eine fehlende Platte an einer Insel ist nachts ein ernstes Risiko, weil das Hindernis selbst kaum zu sehen ist.
Umgekehrt kann eine dauerhafte Platte der Baustellenführung im Weg stehen, wenn der Verkehr auf der falschen Seite einer Insel vorbeigeleitet wird. Dann zeigt das Muster in die falsche Richtung. Wie das gelöst wird, bestimmt der Verkehrszeichenplan; abdecken oder anpassen ist Sache der Bauleitung in Abstimmung mit der Behörde.
Was bei Kontrollen auffällt
Bei Kontrollen innerorts, etwa in Kiel, Lübeck oder Bremen, stoßen Kontrollfahrer an Knotenpunkten regelmäßig auf beschädigte oder verdrehte Leitplatten. Da sie nicht zur aufgestellten Absicherung gehören, werden sie bei der Fahrt nicht gewartet. Der Befund wird aber mit Foto im Bericht festgehalten und an die Bauleitung gemeldet, damit sie die zuständige Stelle informieren kann. Die Mängelmeldung enthält Standort, Zustand und die Frage, ob die Platte der aktuellen Führung widerspricht.