Begriff
Die Wartungs- und Kontrollliste ist ein Formular, das festlegt, was bei jeder Prüfung einer Verkehrssicherung angesehen und was dabei instand gesetzt wird. Sie verbindet zwei Aufgaben auf einem Blatt: das Feststellen des Zustands und das Festhalten der Wartungsarbeiten. Viele Straßenbauverwaltungen, Netzbetreiber und Verkehrssicherer verwenden eigene Fassungen unter diesem oder einem ähnlichen Namen.
Der Nutzen liegt in der Wiederholbarkeit. Wer nachts um drei die vierte Baustelle prüft, vergisst ohne Liste leicht einen Punkt. Mit Liste prüft jeder Kontrollfahrer in derselben Reihenfolge, und der Bericht ist zwischen verschiedenen Tagen vergleichbar.
Typische Gliederung
- Stammdaten: Arbeitsstelle, Anordnung oder Regelplan, Verkehrsphase, Ansprechpartner für Meldungen
- Vorwarnung und Beschilderung: jedes Zeichen nach Plan vorhanden, lesbar, richtig gedreht
- Längs- und Querabsperrung: Leitbaken, Schranken, Leitkegel in Abstand und Flucht
- Beleuchtung: Warnleuchten, Lauflicht, Vorwarnanzeiger, Akkustand
- Standsicherheit: Fußplatten, Ballast, Verbindungen
- Fuß- und Radverkehr: Notwege, Querungen, Tastkanten, Breite
- Wartung: ausgeführte Arbeiten, verbrauchtes Material
- Meldungen: offene Mängel, Empfänger, Uhrzeit
Die Liste an die Baustelle anpassen
Eine Standardliste ist ein Anfang, aber keine Lösung für jede Arbeitsstelle. An einer Autobahn mit transportablen Schutzeinrichtungen stellen sich andere Fragen als an einer Gehwegaufgrabung in einer Hamburger Wohnstraße. Bewährt hat sich, die Liste beim Einrichten der Baustelle einmal mit dem Verkehrszeichenplan abzugleichen und um baustellenspezifische Punkte zu ergänzen, etwa eine mobile Ampel, eine Bushaltestelle im Baufeld oder eine Zufahrt für die Feuerwehr.
Wird die Verkehrsführung umgestellt, muss auch die Liste mitwandern. Sonst prüft der Kontrollfahrer gewissenhaft eine Situation, die es nicht mehr gibt. Ausgefüllte Listen werden Teil des Kontrollbuchs; Hinweise für die eigene Prüfreihenfolge bietet die Checkliste Kontrollfahrt.
Häufig vergessene Punkte
In der Praxis fehlen auf vielen Listen genau die Punkte, die später Ärger machen. Dazu gehören die Rückseite der Absperrung zum Baufeld hin, wo Fußgänger nach Feierabend durchlaufen, die Aufhebung der Geschwindigkeitsbeschränkung am Ende der Arbeitsstelle und alte gelbe Markierungen nach einem Phasenwechsel. Auch Haltverbotszeichen mit Zusatzzeichen für bestimmte Tage werden gern übersehen, weil sie nicht zur eigentlichen Absperrung zu gehören scheinen.
Wir arbeiten auf Wunsch mit der Liste des Auftraggebers, sodass Kontrollberichte nahtlos in dessen Unterlagen passen.