Nebel im Norden ist ein Alltagsthema
Wer an der Westküste, an der Elbe oder an der Ostsee unterwegs ist, kennt das: Morgens liegt dichter Nebel über den Marschen, an der Förde zieht Seenebel herein, in den Niederungen an Eider, Trave oder Peene sammelt sich Bodennebel in Senken. Oft ist es wenige Kilometer weiter klar. Für Arbeitsstellen heißt das, dass die Sichtverhältnisse auf ein und derselben Strecke stark wechseln können.
Die Absicherung wird in der Regel bei guter Sicht aufgebaut und abgenommen. Ob sie auch bei Nebel funktioniert, zeigt sich erst, wenn er da ist. Genau deshalb lohnt es sich, Kontrollen bewusst auch in solche Lagen zu legen.
Was Nebel mit Zeichen, Baken und Leuchten macht
Nebel streut Licht. Scheinwerfer erhellen dann vor allem den Nebel selbst und kaum noch das, was dahinter steht. Retroreflektierende Folien sind darauf angewiesen, dass das Licht der Scheinwerfer sie erreicht und zum Fahrer zurückgeworfen wird. Je dichter der Nebel, desto weniger kommt zurück. Ein Zeichen, das nachts bei klarer Luft aus großer Entfernung leuchtet, taucht im Nebel erst spät auf.
Hier zeigt sich, wie viel der Zustand des Materials ausmacht. Verschmutzte oder gealterte Folien mit geringer Retroreflexion verlieren im Nebel als Erstes ihre Wirkung. Saubere Folien mit hoher Reflexionsklasse haben mehr Reserve. Aktive Lichtquellen wie Warnleuchten sind im Nebel oft das Erste, was ein Fahrer von einer Arbeitsstelle wahrnimmt, vorausgesetzt, sie funktionieren und sind nicht verdeckt oder verdreht.
Fahrer verhalten sich anders
Die StVO verlangt, dass bei Sichtweiten unter 50 Metern durch Nebel nicht schneller als 50 km/h gefahren wird. In der Praxis schätzen viele Fahrer die Sichtweite falsch ein und fahren zu schnell. Gleichzeitig orientieren sie sich stark an Leitpfosten, Fahrbahnmarkierungen und den Rücklichtern vor ihnen.
In einer Arbeitsstelle sind genau diese Orientierungshilfen verändert. Die weiße Markierung ist durch gelbe Markierung überdeckt oder entfernt, Leitpfosten stehen auf der falschen Seite der neuen Verkehrsführung. Wer im Nebel der alten Linie folgt, landet im Zweifel in den Baken. Eine durchgehend gut sichtbare Leitlinie aus Baken und Leuchten ist dann wichtiger als jedes einzelne Schild.
Prüfpunkte bei Nebel
Kontrollfahrer, die bei Nebel unterwegs sind, achten zusätzlich zu den üblichen Punkten auf Folgendes:
- Leuchten alle Warnleuchten, und sind sie zur Fahrtrichtung ausgerichtet?
- Ist die Leuchtenkette in Verschwenkungen lückenlos, oder entstehen Abschnitte ohne Licht?
- Sind Folien von Zeichen und Baken sauber, oder liegt ein Film aus Salz, Staub oder Feuchtigkeit darauf?
- Ist die gelbe Markierung erkennbar, und sind alte weiße Linien in der Verschwenkung wirksam überdeckt?
- Funktionieren Lauflichter und Vorwarnanzeiger, sofern angeordnet?
- Stehen Baken an der Einfahrt der Einengung, wo Fahrzeuge im Nebel am ehesten anstoßen?
Salzhaltige Luft an der Küste legt sich als feiner Belag auf Folien und Leuchtengläser. Im Alltag fällt das wenig auf, im Nebel macht es einen spürbaren Unterschied. Auch das Thema verschmutzte Verkehrszeichen bekommt an der Küste damit eine eigene Note.
Eigenschutz geht vor
Eine Kontrolle im Nebel ist auch für den Kontrollfahrer anspruchsvoll. Das Fahrzeug muss so abgestellt werden, dass es nicht selbst zum Hindernis wird, Warnkleidung und Kennleuchten sind Pflicht, Wege entlang der Fahrbahn werden auf das Nötige beschränkt. Wo das Anhalten an einer Stelle zu gefährlich ist, wird der Befund aus dem Fahrzeug aufgenommen und gemeldet, statt eine Bake unter fließendem Verkehr zu richten.
Hinweise dazu gibt der Ratgeber Arbeitsschutz beim Kontrollieren im fließenden Verkehr.
Fazit
Nebel nimmt Fahrern die gewohnten Anhaltspunkte. Dann tragen saubere Folien, funktionierende Leuchten und eine geschlossene Leitlinie die Sicherheit der Arbeitsstelle. Wer gerade an Küstenstrecken und in Niederungen gelegentlich bei schlechter Sicht kontrollieren lässt, sieht die Absicherung so, wie sie der Verkehr erlebt. Unsere Kontrollfahrer melden solche Befunde über die 24/7-Leitstelle direkt an die Bauleitung.