Eine Stunde, die alles verschiebt
Am letzten Sonntag im Oktober werden die Uhren von der Sommerzeit auf die Normalzeit zurückgestellt. Am Montag danach ist der Feierabendverkehr plötzlich im Dunkeln unterwegs. Was in der Vorwoche noch im Restlicht der Dämmerung stattfand, passiert jetzt bei Scheinwerferlicht. Für Baustellen an Straßen ist das ein Einschnitt, der gern unterschätzt wird, weil sich an der Absicherung selbst nichts geändert hat.
Gerade das ist der Punkt: Eine Absicherung, die tagsüber einwandfrei wirkt, zeigt ihre Schwächen erst bei Dunkelheit. Fehlende Leuchten, verdreckte Folien und schwache Reflexion fallen nun Tausenden Autofahrern auf, die vorher noch genug gesehen haben.
Was in der Woche nach der Umstellung auffällt
Aus Kontrollfahrten kennt man die typischen Befunde der ersten dunklen Feierabende. Viele davon gab es schon vorher, sie waren nur nicht sichtbar.
- Leuchten ohne Strom: Über den Sommer kaum gefordert, jetzt mit langer Brenndauer schnell leer.
- Verschmutzte Baken: Staub aus dem Sommer und Laub aus dem Herbst mindern die Retroreflexion.
- Dunkle Lücken: Abschnitte, in denen Leuchten weggefallen sind und niemand es bemerkt hat.
- Fußgängerwege ohne Licht: Notwege und Ersatzgehwege, die tagsüber gut erkennbar sind, liegen nun im Schatten.
- Geblendete Verkehrsteilnehmer: Tief stehende Abendsonne kurz vor der Dunkelheit, besonders auf Ost-West-Strecken.
Hinzu kommt der Mensch: Pendler sind nach der Umstellung müde und noch nicht an die frühe Dunkelheit gewöhnt. Das macht eine gut erkennbare Vorwarnung wichtiger als sonst.
Kontrollzeiten neu denken
Viele Kontrollpläne laufen über Monate mit festen Uhrzeiten. Wurde eine Abendkontrolle im September um 18 Uhr gefahren, fand sie bei Tageslicht statt. Ende Oktober liegt dieselbe Uhrzeit schon in der Dunkelheit. Das ist eigentlich ein Vorteil, denn die Beleuchtung lässt sich jetzt im Betrieb prüfen. Es bedeutet aber auch, dass die Tour länger dauern kann, weil Sicht und Fahrgeschwindigkeit nachlassen.
Sinnvoll ist eine Prüfung genau beim Wechsel von hell zu dunkel. Dann sieht man, ob die Dämmerungsschalter auslösen und ob die Leuchten über die ganze Strecke gleichmäßig arbeiten. Mehr dazu im Ratgeber Kontrolle bei Tagesanbruch und Einbruch der Dunkelheit. Auch die Tagesanbruchskontrolle verändert sich: Der Morgen wird nach der Umstellung zunächst wieder heller, die Dämmerung verschiebt sich aber mit jedem Tag weiter nach hinten.
| Zeitpunkt | Worauf achten |
|---|---|
| Woche vor der Umstellung | Leuchten zählen, Batterien prüfen, Baken reinigen |
| Erster Abend danach | Strecke in der Dunkelheit abfahren, Lücken suchen |
| Erste Wochen im November | Intervall für Batteriewechsel anpassen |
| Laufend | Fußwege und Querungen gesondert beleuchtet halten |
Beleuchtung nicht nur für Autofahrer
Bei Dunkelheit sind Fußgänger und Radfahrer die verletzlichsten Teilnehmer an einer Baustelle. Ein Ersatzgehweg mit Absperrschranken muss auch dann erkennbar sein, wenn kein Auto mit Fernlicht vorbeikommt. Ob und wie eine Arbeitsstelle beleuchtet wird, regeln Anordnung und Verkehrszeichenplan. Bei der Kontrolle zählt, ob das Vorgesehene funktioniert. Hinweise dazu bietet der Eintrag Beleuchtung der Arbeitsstelle und der Ratgeber Nachts sicher: Beleuchtung an Arbeitsstellen.
Wer zum ersten Mal eine Tour bei Dunkelheit begleitet, merkt schnell, wie anders eine bekannte Baustelle wirkt. Davon erzählt auch unser Beitrag Nachts auf Kontrolltour.
Kurz zusammengefasst
Die Zeitumstellung ist ein fester Termin im Kalender, und genau deshalb lässt sie sich gut vorbereiten. Eine Woche vorher Leuchten und Reflexion prüfen, am ersten dunklen Abend die Strecke bewusst abfahren, danach die Wechselintervalle an den Winter anpassen. Das kostet wenig Aufwand und verhindert, dass Mängel erst durch Beschwerden oder Schlimmeres auffallen.
Unsere Kontrollfahrer prüfen Beleuchtung und Reflexion bei Dunkelheit und dokumentieren den Zustand mit Foto, Zeitstempel und GPS-Bezug, siehe Kontrollfahrten nach RSA 21.