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Glossar

Leitbord

Leitbord erklärt: wie sich das erhöhte Leitelement von der Leitschwelle unterscheidet, wo es eingesetzt wird und welche Mängel bei Kontrollen auftreten.

Von Manuel Rutsch · Stand: 8. Oktober 2026 · 2 Min. Lesezeit

Begriff und Einordnung

Das Leitbord ist in Anlage 4 der StVO als Zeichen 629 geführt und gehört zu den Absperrgeräten. Es ist der höhere Verwandte der Leitschwelle: ein langgestrecktes, meist gelbes Element, das auf der Fahrbahn verankert wird und eine aufgesteckte Pfeil- oder Schraffenbake trägt. Im Baustellenjargon wird es gern als Bordstein auf Zeit bezeichnet.

Durch die größere Höhe ist das Leitbord für Fahrer deutlicher spürbar als eine Schwelle. Wer es streift, merkt es sofort. Das macht es geeignet für Stellen, an denen eine Fläche klar abgegrenzt bleiben soll, etwa ein Radweg auf Zeit neben dem Kfz-Verkehr oder eine Sperrfläche vor einer Baugrube.

Leitbord, Leitschwelle oder Schutzeinrichtung

ElementWirkungTypische Verwendung
Leitschwelleflach, optische und leichte körperliche FührungTrennung und Verschwenkung von Fahrstreifen
Leitborderhöht, deutlich spürbare AbgrenzungAbtrennung von Rad- oder Gehbereichen, Sperrflächen
Transportable Schutzeinrichtunghält abkommende Fahrzeuge zurückGegenverkehrstrennung, Schutz des Arbeitsbereichs

Ein Leitbord ist trotz seiner Höhe kein Rückhaltesystem. Wo ein Fahrzeug tatsächlich aufgehalten werden muss, verlangt die Planung nach RSA 21 andere Mittel, beschrieben im Ratgeber Transportable Schutzeinrichtungen. Bei abgegrenzten Radwegen ist zudem die Breite entscheidend; Hinweise dazu gibt der Ratgeber Mindestbreiten an der Baustelle.

Worauf Kontrollfahrer achten

Leitborde liegen dort, wo sich Verkehrsarten nahekommen. Schäden wirken sich daher schnell auf Radfahrer und Fußgänger aus. Eine gelöste Kante ist für ein Fahrrad gefährlicher als für ein Auto.

  • Elemente lückenlos verbunden, Übergänge ohne Versatz
  • Verankerung fest, kein Wandern des Bords nach Anprall
  • Enden sichtbar ausgebildet und nicht als Stolper- oder Sturzkante offen
  • Aufgesteckte Baken vollständig und richtig herum
  • Gelbe Oberfläche und Folien nicht durch Baustellenschmutz verdeckt

Gerade in Städten wie Hamburg, Berlin oder Bremen, wo Radverkehr an Baustellen vorbeigeführt wird, zeigen Leitborde nach einigen Wochen Abnutzung. Unsere Kontrollfahrer setzen lose Baken im Rahmen der Fahrt wieder ein, halten beschädigte Elemente mit Foto fest und melden sie über die Leitstelle an die Bauleitung.

Fragen zum Begriff

Wie hoch ist ein Leitbord?

Die genaue Höhe hängt vom Produkt ab. Kennzeichnend ist, dass es deutlich höher als eine Leitschwelle ist und eher an einen niedrigen Bordstein erinnert. Welches Produkt eingesetzt wird, legt die Planung fest.

Darf ein Leitbord überfahren werden?

Nein. Es ist ein Absperrgerät und verbietet das Befahren der gekennzeichneten Fläche. Wer es beim Ausweichen überfährt, verlässt die angeordnete Verkehrsführung.

Wer repariert ein verschobenes Leitbord?

Die Instandsetzung ist Aufgabe des Verkehrssicherers. Bei der Kontrollfahrt wird der Schaden dokumentiert und unverzüglich gemeldet.

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