Worum es geht
Unter einer Regelplan-Modifikation versteht man die Veränderung eines Regelplans der RSA 21, damit er zur konkreten Straße passt. Zeichen werden versetzt, ergänzt oder weggelassen, Abstände verlängert, eine zusätzliche Warnleuchte eingeplant. Das Ergebnis fließt in den Verkehrszeichenplan ein und wird mit der Anordnung verbindlich.
Die Modifikation ist kein Ausnahmefall, sondern Alltag. Kaum eine Arbeitsstelle entspricht exakt dem Musterbild. Entscheidend ist, dass die Anpassung begründet, abgestimmt und dokumentiert ist und nicht nachträglich auf der Baustelle entsteht.
Häufige Gründe für eine Anpassung
| Örtliche Situation | mögliche Anpassung |
|---|---|
| Kurve oder Kuppe vor der Arbeitsstelle | Vorwarnung weiter vorziehen, zusätzliche Wiederholung |
| Einmündung im Bereich der Absicherung | zusätzliche Zeichen für den einbiegenden Verkehr |
| Bushaltestelle oder Radweg betroffen | Ersatzhaltestelle, Führung des Radverkehrs |
| schmaler Seitenraum | anderes Aufstellsystem, geänderte Abstände |
| hoher Lkw-Anteil, etwa auf Zufahrten zu Häfen | größere Sichtweiten, Verstärkung der Vorwarnung |
Ausführlicher beschreibt der Ratgeber Vom Regelplan abweichen, welche Anlässe vorkommen und wie die Abstimmung mit der Behörde abläuft.
Wer entscheidet
Die Modifikation wird in der Regel vom Verkehrssicherer oder von der Bauleitung vorgeschlagen und mit dem Antrag eingereicht. Die zuständige untere Verkehrsbehörde prüft sie und nimmt sie in die Anordnung auf oder verlangt Änderungen. Zeigt sich erst während der Bauzeit, dass eine Anpassung nötig ist, wird sie ebenfalls mit der Behörde abgestimmt.
- Anpassung schriftlich begründen, etwa mit Foto der Örtlichkeit
- geänderten Plan vor dem Umbau genehmigen lassen
- allen Beteiligten die gültige Fassung geben, auch dem Kontrolldienst
- alte Pläne aus Fahrzeugen und Baucontainern entfernen
Worauf Kontrollen achten
Für eine Kontrollfahrt sind Modifikationen besonders wichtig, weil hier das Bild vom Standard abweicht. Wer nur den Regelplan im Kopf hat, hält ein bewusst versetztes Zeichen schnell für einen Fehler. Umgekehrt kann eine nicht abgestimmte Änderung, die jemand vor Ort eigenmächtig vorgenommen hat, wie eine genehmigte aussehen.
Ein Beispiel von einer Kreisstraße in Brandenburg: Wegen einer Kuppe wurde die Vorwarnung laut Anordnung deutlich weiter vorgezogen. Nach einem Wochenende steht das Zeichen wieder dort, wo der Regelplan es vorsieht, vermutlich nach dem Aufstellen durch eine andere Kolonne. Erst der Vergleich mit dem genehmigten Plan zeigt, dass hier ein Mangel vorliegt. Der Kontrollfahrer stellt das Zeichen zurück und meldet den Vorgang.