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Glossar

Regelplan-Modifikation

Regelplan-Modifikation erklärt: warum Regelpläne an die Örtlichkeit angepasst werden, wer zustimmen muss und worauf Kontrollen danach achten.

Von Manuel Rutsch · Stand: 8. Oktober 2026 · 2 Min. Lesezeit

Worum es geht

Unter einer Regelplan-Modifikation versteht man die Veränderung eines Regelplans der RSA 21, damit er zur konkreten Straße passt. Zeichen werden versetzt, ergänzt oder weggelassen, Abstände verlängert, eine zusätzliche Warnleuchte eingeplant. Das Ergebnis fließt in den Verkehrszeichenplan ein und wird mit der Anordnung verbindlich.

Die Modifikation ist kein Ausnahmefall, sondern Alltag. Kaum eine Arbeitsstelle entspricht exakt dem Musterbild. Entscheidend ist, dass die Anpassung begründet, abgestimmt und dokumentiert ist und nicht nachträglich auf der Baustelle entsteht.

Häufige Gründe für eine Anpassung

Örtliche Situationmögliche Anpassung
Kurve oder Kuppe vor der ArbeitsstelleVorwarnung weiter vorziehen, zusätzliche Wiederholung
Einmündung im Bereich der Absicherungzusätzliche Zeichen für den einbiegenden Verkehr
Bushaltestelle oder Radweg betroffenErsatzhaltestelle, Führung des Radverkehrs
schmaler Seitenraumanderes Aufstellsystem, geänderte Abstände
hoher Lkw-Anteil, etwa auf Zufahrten zu Häfengrößere Sichtweiten, Verstärkung der Vorwarnung

Ausführlicher beschreibt der Ratgeber Vom Regelplan abweichen, welche Anlässe vorkommen und wie die Abstimmung mit der Behörde abläuft.

Wer entscheidet

Die Modifikation wird in der Regel vom Verkehrssicherer oder von der Bauleitung vorgeschlagen und mit dem Antrag eingereicht. Die zuständige untere Verkehrsbehörde prüft sie und nimmt sie in die Anordnung auf oder verlangt Änderungen. Zeigt sich erst während der Bauzeit, dass eine Anpassung nötig ist, wird sie ebenfalls mit der Behörde abgestimmt.

  • Anpassung schriftlich begründen, etwa mit Foto der Örtlichkeit
  • geänderten Plan vor dem Umbau genehmigen lassen
  • allen Beteiligten die gültige Fassung geben, auch dem Kontrolldienst
  • alte Pläne aus Fahrzeugen und Baucontainern entfernen

Worauf Kontrollen achten

Für eine Kontrollfahrt sind Modifikationen besonders wichtig, weil hier das Bild vom Standard abweicht. Wer nur den Regelplan im Kopf hat, hält ein bewusst versetztes Zeichen schnell für einen Fehler. Umgekehrt kann eine nicht abgestimmte Änderung, die jemand vor Ort eigenmächtig vorgenommen hat, wie eine genehmigte aussehen.

Ein Beispiel von einer Kreisstraße in Brandenburg: Wegen einer Kuppe wurde die Vorwarnung laut Anordnung deutlich weiter vorgezogen. Nach einem Wochenende steht das Zeichen wieder dort, wo der Regelplan es vorsieht, vermutlich nach dem Aufstellen durch eine andere Kolonne. Erst der Vergleich mit dem genehmigten Plan zeigt, dass hier ein Mangel vorliegt. Der Kontrollfahrer stellt das Zeichen zurück und meldet den Vorgang.

Fragen zum Begriff

Darf der Verkehrssicherer vor Ort selbst anpassen?

Kurzfristige Maßnahmen zur Gefahrenabwehr sind möglich, müssen aber unverzüglich mit Bauleitung und Behörde geklärt werden. Dauerhafte Änderungen ohne Zustimmung entsprechen nicht der Anordnung.

Muss jede Modifikation neu beantragt werden?

Wenn sie vom genehmigten Plan abweicht, ja. Ob eine formale Änderung der Anordnung oder eine einfache Abstimmung genügt, entscheidet die Behörde.

Wie dokumentiert man eine Modifikation?

Am besten im geänderten Verkehrszeichenplan mit Datum und Freigabevermerk. Kontrollberichte mit Fotos zeigen zusätzlich, dass der genehmigte Zustand draußen umgesetzt war.

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