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Glossar

Untere Verkehrsbehörde

Was die untere Verkehrsbehörde ist, wer sie in Kreis und Stadt stellt und welche Rolle sie für Anordnung, Abnahme und Kontrolle von Arbeitsstellen hat.

Von Manuel Rutsch · Stand: 8. Oktober 2026 · 3 Min. Lesezeit

Begriff und Einordnung

Die untere Verkehrsbehörde, genauer untere Straßenverkehrsbehörde, ist die unterste Ebene der Behörden, die die Straßenverkehrs-Ordnung ausführen. Nach § 44 StVO sind grundsätzlich die Straßenverkehrsbehörden sachlich zuständig. Welche Stelle das konkret ist, legt jedes Bundesland in eigenen Zuständigkeitsvorschriften fest.

In den Flächenländern sind es meist die Kreise und die kreisfreien Städte. Je nach Land können auch größere Städte oder Gemeinden eigene Aufgaben einer unteren Verkehrsbehörde wahrnehmen. In den Stadtstaaten ist die Verteilung anders organisiert, dort sind teilweise Bezirksämter oder die Polizei eingebunden. Wer neu in einer Region arbeitet, sollte deshalb vor dem ersten Antrag kurz klären, welche Stelle für den betroffenen Straßenabschnitt zuständig ist.

Ebenetypische StelleBezug zur Arbeitsstelle
untere VerkehrsbehördeKreis, kreisfreie Stadt, je nach Land auch größere Gemeindeerteilt die Anordnung für die meisten Baustellen vor Ort
höhere bzw. oberste VerkehrsbehördeLandesbehörde oder MinisteriumFachaufsicht, Erlasse, Sonderfälle
StraßenbaubehördeBaulastträger, etwa Landesbetrieb oder Kommuneeigene Befugnis bei eigenen Bauarbeiten nach § 45 Abs. 2 StVO

Was die Behörde bei Arbeitsstellen tut

Für Bauunternehmen und Verkehrssicherer ist die untere Verkehrsbehörde vor allem die Stelle, bei der die verkehrsrechtliche Anordnung beantragt wird. Sie prüft den eingereichten Verkehrszeichenplan, beteiligt bei Bedarf Polizei, Straßenbaulastträger und den öffentlichen Nahverkehr und legt Auflagen fest.

  • Prüfung des Antrags und der geplanten Verkehrsführung
  • Festlegung von Zeitraum, Sperrzeiten und besonderen Auflagen
  • Abstimmung mit anderen Baustellen im Umfeld
  • Abnahme oder Stichprobe der aufgebauten Absicherung, wenn sie das vorsieht
  • Anordnung von Nachbesserungen, wenn draußen etwas fehlt oder falsch steht

Die Behörde stellt die Absicherung nicht selbst auf und kontrolliert sie auch nicht täglich. Die laufende Überwachung bleibt Aufgabe des Unternehmers. Wie eine behördliche Prüfung vor Ort typischerweise abläuft, beschreibt der Ratgeber Prüfung durch die Straßenverkehrsbehörde.

Bedeutung für Kontrollfahrten

Die Auflagen der unteren Verkehrsbehörde sind der Maßstab, an dem eine Kontrollfahrt den Zustand draußen misst. Steht in der Anordnung etwa, dass eine Einengung nachts beleuchtet sein muss, gehört genau dieser Punkt auf die Kontrollliste. Ein Praxisbeispiel aus dem Kreis Rendsburg-Eckernförde: Die Behörde verlangt bei einer Kreisstraße eine Kontrolle auch am Wochenende. Wird das vergessen, fällt es spätestens bei einer Stichprobe der Behörde auf.

Kontrollberichte mit Datum, Uhrzeit und Fotos helfen, gegenüber der Behörde zu zeigen, dass die Anordnung befolgt wurde. Wer in mehreren Ländern arbeitet, findet Unterschiede im Ratgeber Länderregeln Schleswig-Holstein, Hamburg, Niedersachsen.

Fragen zum Begriff

Ist die untere Verkehrsbehörde dasselbe wie das Ordnungsamt?

Nicht unbedingt. In vielen Kommunen ist die Straßenverkehrsbehörde organisatorisch beim Ordnungsamt angesiedelt, in anderen bei einem eigenen Fachdienst Verkehr. Entscheidend ist die Zuständigkeit nach Landesrecht, nicht der Name der Abteilung.

Wer ist an Autobahnen zuständig?

Für Autobahnen gelten eigene Zuständigkeiten, die vom kommunalen Straßennetz abweichen. Vor Arbeiten an oder neben einer Autobahn sollte die zuständige Stelle deshalb gesondert geklärt werden.

Kann die Behörde eine Baustelle stilllegen?

Die Behörde kann Nachbesserungen verlangen und bei erheblichen Mängeln weitere Maßnahmen ergreifen. Welche das im Einzelfall sind, hängt vom Landesrecht und von der Gefahrenlage ab.

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