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Glossar

Transportable Lichtsignalanlage

Die transportable Lichtsignalanlage, kurz Baustellenampel: Grundlagen, Planungsfragen vor dem Aufbau und worauf es im laufenden Betrieb ankommt.

Von Manuel Rutsch · Stand: 8. Oktober 2026 · 3 Min. Lesezeit

Was darunter verstanden wird

Eine transportable Lichtsignalanlage, im Sprachgebrauch Baustellenampel oder mobile LSA, ist eine Signalanlage, die nur für die Dauer einer Arbeitsstelle aufgestellt wird. Sie besteht aus mindestens zwei Signalgebern mit Rot, Gelb und Grün, einem Steuergerät und einer Energieversorgung über Akku, Solarmodul oder Netzanschluss. Die Signalgeber kommunizieren per Kabel oder Funk miteinander, damit nie beide Richtungen zugleich Grün zeigen.

Eingesetzt wird sie vor allem bei der halbseitigen Sperrung einer zweistreifigen Straße, wenn der verbleibende Fahrstreifen abwechselnd von beiden Richtungen genutzt wird. Weitere Fälle sind Einmündungen im Baufeld oder provisorische Fußgängerquerungen. Technische Anforderungen enthalten die Technischen Lieferbedingungen für transportable Lichtsignalanlagen und die Richtlinien für Lichtsignalanlagen (RiLSA). Ob eine Anlage aufgestellt wird, entscheidet die Straßenverkehrsbehörde mit der verkehrsrechtlichen Anordnung.

Planungsfragen vor dem Aufbau

Die Ampel funktioniert nur so gut wie die Planung dahinter. Bevor sie aufgestellt wird, sollten Bauleitung und Verkehrssicherer folgende Punkte geklärt haben:

  • Länge der Engstelle und daraus abgeleitet die Zeit, die das letzte Fahrzeug zum Räumen braucht
  • Festzeitsteuerung oder verkehrsabhängige Steuerung mit Detektoren, je nach Verkehrsmenge und Tageszeit
  • Einbindung von Grundstückszufahrten, Einmündungen und Bushaltestellen innerhalb der Engstelle
  • Signalisierung für Fußgänger und Radfahrer, wenn deren Weg ebenfalls betroffen ist
  • Energieversorgung für die gesamte Standzeit, einschließlich Wochenenden und Feiertagen
  • Standorte der Signalgeber mit freier Sicht, Haltlinie und Vorankündigung nach Verkehrszeichenplan

Das Ergebnis wird im Signalzeitenplan festgehalten. Er gehört zu den Unterlagen, die vor Ort greifbar sein sollten, denn nur damit lässt sich später prüfen, ob die Anlage so arbeitet wie geplant. Für die Gestaltung der Sperrung selbst gibt der Ratgeber Halbseitige Sperrung mit Ampel Hinweise.

Im laufenden Betrieb

Eine Baustellenampel steht oft wochenlang an derselben Stelle und läuft unbeaufsichtigt. In dieser Zeit verändert sich die Umgebung: Baufortschritt verschiebt die Engstelle, Material wird neben dem Signalgeber abgelegt, Bewuchs wächst in die Sichtachse. Deshalb gehört die Anlage auf jede Kontrollfahrt, bei Tag und bei Dunkelheit. Geprüft wird, ob alle Kammern leuchten, ob die Phasenfolge stimmt und ob die beobachteten Zeiten zum Plan passen.

Einstellungen an der Steuerung bleiben Sache des Betreibers. Der Kontrollfahrer beobachtet, dokumentiert und meldet. Bei einem Totalausfall wird die Stelle sofort der Bauleitung gemeldet, damit sie mit Warnposten oder anderen Maßnahmen gesichert werden kann. Wie die Kontrolle im Einzelnen abläuft, beschreibt der Ratgeber Baustellenampel kontrollieren, das Vorgehen bei Störungen der Ratgeber Ausfall einer mobilen Lichtsignalanlage erkennen. Staffsec meldet Störungen über die hauseigene Leitstelle direkt an die Bauleitung.

Fragen zum Begriff

Braucht jede halbseitige Sperrung eine Ampel?

Nein. Bei kurzen, gut überschaubaren Engstellen und wenig Verkehr kann eine Regelung mit Vorrangzeichen ausreichen. Was gilt, legt die verkehrsrechtliche Anordnung fest.

Wer stellt die Signalzeiten ein?

Der Betreiber der Anlage, in der Regel der Verkehrssicherer, nach dem genehmigten Signalzeitenplan. Änderungen werden mit der zuständigen Behörde abgestimmt.

Was passiert, wenn die Ampel nachts ausfällt?

Die Engstelle muss umgehend anders gesichert werden, bis die Anlage wieder läuft. Deshalb sind Erreichbarkeit des Betreibers und ein klarer Meldeweg schon in der Planung festzulegen.

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