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Glossar

Verkehrszeichen 274 – zulässige Höchstgeschwindigkeit

Zeichen 274 an Baustellen erklärt: wie die zulässige Höchstgeschwindigkeit angeordnet, gestaffelt und wieder aufgehoben wird und welche Fehler häufig sind.

Von Manuel Rutsch · Stand: 8. Oktober 2026 · 2 Min. Lesezeit

Bedeutung nach StVO

Zeichen 274 steht in Anlage 2 der StVO bei den Streckenverboten. Wer ein Fahrzeug führt, darf nicht schneller fahren als mit der angegebenen Geschwindigkeit. Das Verbot beginnt am Standort des Zeichens und gilt, bis es aufgehoben wird.

An Arbeitsstellen ist das Zeichen Teil der verkehrsrechtlichen Anordnung. Die Geschwindigkeit, die Lage der Schilder und die Stufen ergeben sich aus dem Regelplan oder dem angeordneten Verkehrszeichenplan, nicht aus dem Bauchgefühl vor Ort.

Stufen und Aufhebung

Auf schnell befahrenen Straßen wird die Geschwindigkeit vor einer Arbeitsstelle in der Regel schrittweise abgesenkt. Auf mehrstreifigen Fahrbahnen stehen die Schilder meist auf beiden Seiten, damit sie auch vom linken Fahrstreifen aus sichtbar sind. Nach Einmündungen innerhalb der Strecke wird das Zeichen üblicherweise wiederholt, weil Einbiegende die vorherigen Schilder nicht gesehen haben.

Aufgehoben wird das Streckenverbot durch Zeichen 278 (Ende der zulässigen Höchstgeschwindigkeit) oder Zeichen 282 (Ende sämtlicher Streckenverbote). Ohne Aufhebungszeichen endet es nur, wenn ein Zusatzzeichen die Länge angibt oder das Zeichen zusammen mit einem Gefahrzeichen steht und sich aus der Örtlichkeit eindeutig ergibt, wo die Gefahr endet.

Häufige Mängel

  • Aufhebung fehlt, das Tempolimit gilt rechtlich weit über die Arbeitsstelle hinaus
  • Beschränkung bleibt nach Arbeitsende oder nach dem Abbau einzelner Abschnitte stehen
  • Schild auf einer Seite umgefallen oder von Bewuchs verdeckt
  • Stufe übersprungen, weil ein Schild beim Umbau nicht wieder aufgestellt wurde
  • Dauerhaftes Tempolimit widerspricht dem Baustellenschild und ist nicht abgedeckt

Der letzte Punkt sorgt regelmäßig für Diskussionen. Zeigt ein festes Schild eine höhere Geschwindigkeit als die Arbeitsstelle, muss es nach Anordnung abgedeckt oder entfernt sein. Wie das sauber geht, steht im Ratgeber Ungültige Markierungen und Schilder abdecken.

Bei der Kontrollfahrt

Unsere Kontrollfahrer fahren die Strecke so, wie ein Verkehrsteilnehmer sie erlebt, und gleichen jede Stufe mit dem Plan ab. Umgefallene Schilder richten sie im Rahmen der Fahrt wieder auf. Fehlt ein Schild oder passt die Beschilderung nicht zur Anordnung, geht die Meldung mit Foto und Standort an die Bauleitung. Mehr zur Planung von Tempolimits bietet der Ratgeber Geschwindigkeitsbeschränkung an Arbeitsstellen.

Fragen zum Begriff

Wo endet ein Tempolimit an einer Baustelle?

Grundsätzlich am Zeichen 278 oder 282. Fehlt die Aufhebung, gilt die Beschränkung weiter, es sei denn, ein Zusatzzeichen nennt die Länge oder das Zeichen steht zusammen mit einem Gefahrzeichen.

Warum steht das Schild auf beiden Seiten?

Auf Fahrbahnen mit mehreren Fahrstreifen in einer Richtung wäre ein rechts stehendes Schild hinter Lkw kaum zu sehen. Die beidseitige Aufstellung sorgt dafür, dass jeder Fahrstreifen das Tempolimit erkennt.

Darf der Verkehrssicherer die Geschwindigkeit selbst festlegen?

Nein. Die zulässige Höchstgeschwindigkeit an einer Arbeitsstelle wird von der zuständigen Straßenverkehrsbehörde angeordnet. Abweichungen brauchen deren Zustimmung.

Fragen? Wir beraten Sie gerne!