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Glossar

Warnleuchte Klasse WL

Was hinter den Bezeichnungen WL 1 und WL 2 bei Warnleuchten steckt, wie man sie am Gerät erkennt und welche Fehler daraus an Arbeitsstellen entstehen.

Von Manuel Rutsch · Stand: 8. Oktober 2026 · 3 Min. Lesezeit

Was die Bezeichnung WL bedeutet

Mit WL werden in Deutschland die Bauarten von Warnleuchten nach den TL-Warnleuchten 90 unterschieden. Im Sprachgebrauch heißt das oft „Klasse WL“, gemeint ist der Leuchtentyp. Die Ziffer dahinter beschreibt vor allem die Abstrahlung: Eine Leuchte vom Typ WL 1 strahlt einseitig, also nur in eine Richtung. Eine Leuchte vom Typ WL 2 strahlt zweiseitig, nach vorn und nach hinten.

Unabhängig vom Typ zeigen die Geräte an Arbeitsstellen in aller Regel gelbes Licht und lassen sich je nach Modell auf Dauerlicht oder Blinklicht einstellen. Die Typangabe sagt also nichts darüber, ob eine Leuchte blinkt, sondern nur, wohin ihr Licht geht. Die europäische Norm DIN EN 12352 ordnet Warnleuchten zusätzlich nach Lichtstärke und Abstrahlwinkel ein; Hersteller geben beides oft gemeinsam auf dem Typschild an.

Am Gerät erkennen

Auf dem Gehäuse oder dem Typschild stehen Hersteller, Typ und das Prüfzeichen. Ist eine einseitige Leuchte verbaut, sitzt die Linse nur auf einer Seite, die Rückseite ist geschlossen. Bei einer zweiseitigen Leuchte sind beide Seiten lichtdurchlässig.

TypAbstrahlungTypischer Einsatzort
WL 1einseitigQuerabsperrung mit Schranke, Bakenreihe an einer Richtungsfahrbahn
WL 2zweiseitigAbsperrung, die aus beiden Fahrtrichtungen gesehen werden muss, etwa an Engstellen mit Gegenverkehr

Welcher Typ an welcher Stelle sitzt, ergibt sich nicht aus der Lieferbedingung, sondern aus dem Regelplan der RSA 21 und der verkehrsrechtlichen Anordnung.

Typische Fehler und was Kontrollfahrer prüfen

Die Typbezeichnung wird erst dann wichtig, wenn etwas nicht passt. Der klassische Fall: Eine einseitige Leuchte wird beim Akkutausch oder nach einem Anprall wieder aufgesetzt und zeigt danach zum Arbeitsbereich. Für den Verkehr ist sie dann dunkel, obwohl sie technisch arbeitet. Umgekehrt kann eine zweiseitige Leuchte am Rand einer Richtungsfahrbahn Licht in Bereiche werfen, in denen es eher irritiert, etwa zur Gegenfahrbahn hinter der Mittelschutzplanke.

Bei der Nachtkontrolle fährt der Kontrollfahrer die Absperrung deshalb aus jeder Richtung an, aus der sie gesehen werden soll, und achtet darauf, ob jede Leuchte ihr Licht zum ankommenden Verkehr schickt. Verdrehte Leuchten werden im Rahmen der Fahrt gerichtet. Fehlt ein passender Typ, etwa weil auf eine Bake mit Gegenverkehr nur eine einseitige Leuchte gesetzt wurde, geht der Befund an die Bauleitung.

Grundlagen zu Funktion und Montage stehen im Eintrag Warnleuchte, die Wahl der Betriebsart im Ratgeber Warnleuchten: Dauerlicht oder Blinklicht. Staffsec hält bei Kontrollfahrten fest, welche Leuchten gerichtet oder getauscht wurden.

Fragen zum Begriff

Ist WL 2 besser als WL 1?

Nicht grundsätzlich. Beide Bauarten haben ihren Platz. Entscheidend ist, aus welcher Richtung die Absperrung erkennbar sein muss.

Bedeutet WL die Lichtfarbe?

Nein. Die Bezeichnung beschreibt die Bauart, vor allem die Abstrahlrichtung. An Arbeitsstellen ist gelbes Licht der Regelfall; rotes Licht ist nur für Absperrungen der ganzen Fahrbahn vorgesehen.

Wo finde ich den Typ, wenn das Schild unleserlich ist?

In den Lieferpapieren oder im Gerätebestand des Verkehrssicherers. Eine geschlossene Rückseite deutet auf eine einseitige Leuchte hin.

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