Früh am Morgen: Die Tour steht
Der Tag beginnt nicht auf der Straße, sondern mit einem Blick auf die Tour. Welche Arbeitsstellen stehen heute an? Wo wurde gestern umgebaut? Gibt es offene Meldungen vom Vortag, die nachgeprüft werden sollen? Ein Kontrollfahrer im Norden fährt an einem Tag oft mehrere Baustellen an, etwa eine Kanalbaustelle in einer Kleinstadt, eine halbseitige Sperrung auf einer Kreisstraße und eine Einengung an einer Bundesstraße.
Bevor es losgeht, wird das Fahrzeug geprüft. Warnkleidung, Ersatz-Warnleuchten, Akkus, ein paar Leitkegel, Kabelbinder, Lappen zum Reinigen von Schildern. Die Warnkleidung ist Pflicht, sobald der Kontrollfahrer im Verkehrsraum aussteigt.
Die erste Arbeitsstelle: Hinsehen wie ein Autofahrer
An jeder Baustelle beginnt die Kontrolle mit einer Durchfahrt. Der Kontrollfahrer fährt so, wie ein ortsfremder Autofahrer fahren würde, und fragt sich: Erkenne ich rechtzeitig, dass hier etwas anders ist? Ist klar, wo ich langfahren soll? Stimmt die Geschwindigkeitsbeschränkung mit der Situation überein?
Danach folgt der Rundgang. Zu Fuß werden Baken, Fußplatten, Absperrschranken, Leuchten und Zeichen geprüft, Stück für Stück, mit dem Verkehrszeichenplan als Vorlage. Fehlt etwas, steht etwas schief, ist etwas verschmutzt? Das meiste lässt sich sofort richten. Eine verdrehte Bake wird zurückgedreht, ein umgekippter Leitkegel wieder aufgestellt, ein verschmutztes Schild abgewischt.
Mittags: Ein Fund, der nicht in fünf Minuten erledigt ist
Nicht alles lässt sich vor Ort lösen. An der zweiten Arbeitsstelle fehlt zum Beispiel eine ganze Absperrschranke am Rand einer Baugrube. Vielleicht hat sie jemand mitgenommen, vielleicht hat ein Bagger sie zur Seite gestellt. Der Kontrollfahrer hält den Befund mit Fotos fest und meldet den Mangel über die Leitstelle an die Bauleitung.
Ab jetzt läuft eine Kette: Die Bauleitung oder der Verkehrssicherer kümmert sich um Ersatz, der Kontrollfahrer prüft später auf seiner Tour, ob die Lücke geschlossen wurde. Wichtig ist, dass alles im Kontrollprotokoll steht, mit Uhrzeit und Foto. Wie das im Einzelnen abläuft, zeigt der Ratgeber Mangel gefunden.
Nachmittags: Kilometer zwischen den Baustellen
Ein großer Teil des Tages ist Fahrzeit. Zwischen zwei Arbeitsstellen in Ostholstein oder im Emsland liegen schnell eine halbe Stunde und mehr. Diese Zeit wird nicht verschenkt. Auf dem Weg fällt der Blick auf Umleitungsschilder, Vorwarntafeln und die Zufahrten zu den Baustellen, die zum Auftrag gehören.
Was viele nicht wissen: Ein guter Teil der Arbeit eines Kontrollfahrers ist Wiedererkennen. Wer eine Baustelle seit Wochen betreut, sieht sofort, wenn sich etwas verändert hat. Eine Bake steht zwei Meter weiter vorne, ein Zeichen ist neu, eine Absperrung ist enger als gestern. Solche Veränderungen sind oft gewollt, manchmal aber nicht abgestimmt. Dann lohnt eine Nachfrage.
Abends: Die Kontrolle bei Dunkelheit
Eine Absicherung, die tagsüber einwandfrei aussieht, kann nachts ganz anders wirken. Deshalb gehört die Kontrolle bei Dunkelheit zu vielen Touren dazu. Leuchten die Warnleuchten? Läuft das Lauflicht in der richtigen Richtung? Reflektieren die Baken noch, oder sind sie so verschmutzt, dass im Scheinwerferlicht kaum etwas zurückkommt?
Bei der Nachtkontrolle zeigt sich auch, ob Solar- oder Akkuleuchten mit dem kurzen Tageslicht im Herbst zurechtkommen. Wer mehr über die Technik wissen möchte, findet im Ratgeber Warnleuchten kontrollieren die Details. Allgemeine Hinweise zur Sichtbarkeit bei Nacht gibt der Beitrag Nachts sicher: Beleuchtung.
Feierabend mit vollständigem Bericht
Der Tag ist erst vorbei, wenn alle Berichte vollständig sind. Jede Arbeitsstelle hat ihr Protokoll, jeder Mangel ist erfasst, jede Meldung ist abgeschickt. Bei Staffsec entstehen die Berichte digital während der Tour, mit Foto, Zeitstempel und GPS-Bezug. Die hauseigene 24/7-Leitstelle sorgt dafür, dass Meldungen auch nach Feierabend bei der Bauleitung ankommen.
Was auf einer Tour genau geprüft wird, fasst der Ratgeber Checkliste Kontrollfahrt zusammen.