+49 4321 78 33 590
Praxis-Blog

Ein Tag im Leben eines Kontrollfahrers

Von der Tourplanung am Morgen bis zur Nachtkontrolle: So sieht ein typischer Arbeitstag eines Kontrollfahrers an norddeutschen Baustellen aus.

Von Manuel Rutsch · Stand: 8. Oktober 2026 · 4 Min. Lesezeit

Früh am Morgen: Die Tour steht

Der Tag beginnt nicht auf der Straße, sondern mit einem Blick auf die Tour. Welche Arbeitsstellen stehen heute an? Wo wurde gestern umgebaut? Gibt es offene Meldungen vom Vortag, die nachgeprüft werden sollen? Ein Kontrollfahrer im Norden fährt an einem Tag oft mehrere Baustellen an, etwa eine Kanalbaustelle in einer Kleinstadt, eine halbseitige Sperrung auf einer Kreisstraße und eine Einengung an einer Bundesstraße.

Bevor es losgeht, wird das Fahrzeug geprüft. Warnkleidung, Ersatz-Warnleuchten, Akkus, ein paar Leitkegel, Kabelbinder, Lappen zum Reinigen von Schildern. Die Warnkleidung ist Pflicht, sobald der Kontrollfahrer im Verkehrsraum aussteigt.

Die erste Arbeitsstelle: Hinsehen wie ein Autofahrer

An jeder Baustelle beginnt die Kontrolle mit einer Durchfahrt. Der Kontrollfahrer fährt so, wie ein ortsfremder Autofahrer fahren würde, und fragt sich: Erkenne ich rechtzeitig, dass hier etwas anders ist? Ist klar, wo ich langfahren soll? Stimmt die Geschwindigkeitsbeschränkung mit der Situation überein?

Danach folgt der Rundgang. Zu Fuß werden Baken, Fußplatten, Absperrschranken, Leuchten und Zeichen geprüft, Stück für Stück, mit dem Verkehrszeichenplan als Vorlage. Fehlt etwas, steht etwas schief, ist etwas verschmutzt? Das meiste lässt sich sofort richten. Eine verdrehte Bake wird zurückgedreht, ein umgekippter Leitkegel wieder aufgestellt, ein verschmutztes Schild abgewischt.

Mittags: Ein Fund, der nicht in fünf Minuten erledigt ist

Nicht alles lässt sich vor Ort lösen. An der zweiten Arbeitsstelle fehlt zum Beispiel eine ganze Absperrschranke am Rand einer Baugrube. Vielleicht hat sie jemand mitgenommen, vielleicht hat ein Bagger sie zur Seite gestellt. Der Kontrollfahrer hält den Befund mit Fotos fest und meldet den Mangel über die Leitstelle an die Bauleitung.

Ab jetzt läuft eine Kette: Die Bauleitung oder der Verkehrssicherer kümmert sich um Ersatz, der Kontrollfahrer prüft später auf seiner Tour, ob die Lücke geschlossen wurde. Wichtig ist, dass alles im Kontrollprotokoll steht, mit Uhrzeit und Foto. Wie das im Einzelnen abläuft, zeigt der Ratgeber Mangel gefunden.

Nachmittags: Kilometer zwischen den Baustellen

Ein großer Teil des Tages ist Fahrzeit. Zwischen zwei Arbeitsstellen in Ostholstein oder im Emsland liegen schnell eine halbe Stunde und mehr. Diese Zeit wird nicht verschenkt. Auf dem Weg fällt der Blick auf Umleitungsschilder, Vorwarntafeln und die Zufahrten zu den Baustellen, die zum Auftrag gehören.

Was viele nicht wissen: Ein guter Teil der Arbeit eines Kontrollfahrers ist Wiedererkennen. Wer eine Baustelle seit Wochen betreut, sieht sofort, wenn sich etwas verändert hat. Eine Bake steht zwei Meter weiter vorne, ein Zeichen ist neu, eine Absperrung ist enger als gestern. Solche Veränderungen sind oft gewollt, manchmal aber nicht abgestimmt. Dann lohnt eine Nachfrage.

Abends: Die Kontrolle bei Dunkelheit

Eine Absicherung, die tagsüber einwandfrei aussieht, kann nachts ganz anders wirken. Deshalb gehört die Kontrolle bei Dunkelheit zu vielen Touren dazu. Leuchten die Warnleuchten? Läuft das Lauflicht in der richtigen Richtung? Reflektieren die Baken noch, oder sind sie so verschmutzt, dass im Scheinwerferlicht kaum etwas zurückkommt?

Bei der Nachtkontrolle zeigt sich auch, ob Solar- oder Akkuleuchten mit dem kurzen Tageslicht im Herbst zurechtkommen. Wer mehr über die Technik wissen möchte, findet im Ratgeber Warnleuchten kontrollieren die Details. Allgemeine Hinweise zur Sichtbarkeit bei Nacht gibt der Beitrag Nachts sicher: Beleuchtung.

Feierabend mit vollständigem Bericht

Der Tag ist erst vorbei, wenn alle Berichte vollständig sind. Jede Arbeitsstelle hat ihr Protokoll, jeder Mangel ist erfasst, jede Meldung ist abgeschickt. Bei Staffsec entstehen die Berichte digital während der Tour, mit Foto, Zeitstempel und GPS-Bezug. Die hauseigene 24/7-Leitstelle sorgt dafür, dass Meldungen auch nach Feierabend bei der Bauleitung ankommen.

Was auf einer Tour genau geprüft wird, fasst der Ratgeber Checkliste Kontrollfahrt zusammen.

Häufig gestellte Fragen

Welche Ausbildung hat ein Kontrollfahrer?

Kontrollfahrer brauchen Fachkenntnisse zur Verkehrssicherung von Arbeitsstellen. Eine anerkannte Grundlage ist eine Schulung nach dem Merkblatt MVAS 99. Dazu kommt Erfahrung im Umgang mit Regelplänen und Verkehrszeichenplänen.

Wie viele Baustellen schafft ein Kontrollfahrer am Tag?

Das hängt von der Größe der Arbeitsstellen, der Entfernung zwischen ihnen und dem Umfang der Kontrolle ab. Eine feste Zahl gibt es nicht, die Tour wird für jeden Auftrag einzeln geplant.

Was darf ein Kontrollfahrer an der Absicherung selbst ändern?

Kleine Wartungsarbeiten wie Baken aufrichten, Akkus tauschen, Leuchtmittel wechseln oder verschobene Zeichen zurückstellen. Umbauten oder Erweiterungen der Absicherung gehören nicht dazu, die bleiben beim Verkehrssicherer.

Warum wird auch nachts kontrolliert?

Viele Mängel zeigen sich erst bei Dunkelheit, etwa ausgefallene Warnleuchten oder nachlassende Reflexion. Eine Absicherung muss Tag und Nacht wirken, deshalb gehören Kontrollen bei Dunkelheit oft zum Umfang.

Fragen? Wir beraten Sie gerne!