Aufbau und Zweck
Ein Absperrschrankengitter verbindet zwei Dinge in einem Element: oben den rot-weißen Balken der Absperrschranke, darunter ein Gitter aus senkrechten Stäben oder Streben und ganz unten eine durchgehende Leiste in Bodennähe. Diese untere Leiste ist die sogenannte Tastleiste. Blinde und sehbehinderte Menschen ertasten sie mit dem Langstock und erkennen so rechtzeitig, dass der Weg hier endet.
Der Zweck ist also ein anderer als bei der reinen Schranke auf der Fahrbahn. Dort geht es um Fahrzeuge, die aus der Entfernung gewarnt werden. Am Gehweg geht es um Menschen, die direkt vor der Absperrung stehen, um Kinder, die unter einem einzelnen Balken hindurchschlüpfen könnten, und um Menschen, die nicht sehen, was vor ihnen liegt. Hergestellt werden die Gitter nach den Anforderungen der TL-Absperrschranken.
Wo Gitter eingesetzt werden
Typisch sind Gitter überall dort, wo Fußgänger direkt an einer Arbeitsstelle vorbeigehen: Aufgrabungen im Gehweg für Hausanschlüsse, Glasfaser oder Leitungen, offene Schächte, Gruben am Fahrbahnrand und Ersatzgehwege neben einem Arbeitsbereich. Regelpläne für eine Arbeitsstelle im Gehwegbereich sehen in der Regel eine Absperrung mit Tastleiste vor. Konkret gilt, was Plan und Anordnung festlegen.
- Rund um Baugruben im Gehweg als geschlossener Ring
- Längs entlang eines Ersatzgehwegs als Trennung zum Arbeitsbereich
- Quer, wenn ein Gehweg ganz gesperrt und Fußgänger umgeleitet werden
- An Containern, Gerüsten oder Materiallagern im Seitenraum
Typische Mängel
| Befund | Warum er gefährlich ist |
|---|---|
| Lücke zwischen zwei Gittern | Kinder oder Radfahrer gelangen an die Grube |
| Tastleiste fehlt oder liegt zu hoch | Langstock findet keine Kante, die Absperrung wird nicht erkannt |
| Fußplatte ragt in den Gehweg | Stolperstelle, besonders für Menschen mit Rollator oder Kinderwagen |
| Gitter steht direkt an der Grubenkante | bei Druck oder Wind kann es mitsamt dem Fuß nachgeben |
| Warnleuchte fehlt bei Dunkelheit | Fußgänger und Radfahrer erkennen die Absperrung zu spät |
| Gitter umgedreht oder liegend abgestellt | keine Sperrwirkung mehr, zusätzliches Hindernis |
Viele dieser Befunde entstehen nicht beim Aufbau, sondern im Laufe des Tages: Ein Gitter wird für eine Lieferung kurz weggestellt und nicht zurückgesetzt, oder Passanten schieben es beiseite. Abends ist die Absicherung dann nicht mehr geschlossen. Mehr zur Führung von Fußgängern steht im Ratgeber Fußgänger und Radfahrer an der Baustelle sicher führen, zur Barrierefreiheit unter Barrierefreiheit an Arbeitsstellen.
Prüfung bei der Kontrollfahrt
Kontrollfahrer gehen Gitterabsperrungen am besten einmal zu Fuß ab, statt sie nur aus dem Fahrzeug zu betrachten. Nur so fallen Lücken, lose Verbindungen und Stolperstellen auf. Geprüft wird, ob die Absperrung geschlossen ist, ob die Verbinder halten, ob die Füße stabil stehen und ob die Restbreite des Gehwegs nicht durch schief gestellte Gitter weiter schrumpft. Unsere Kontrollfahrer stellen verschobene Gitter im Rahmen der Fahrt zurück und dokumentieren offene Mängel mit Foto für die Bauleitung.