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Glossar

Fachkundiger nach MVAS

Wer gilt als Fachkundiger nach MVAS, welche Aufgaben übernimmt er an der Arbeitsstelle und wie unterscheidet er sich vom Verantwortlichen?

Von Manuel Rutsch · Stand: 8. Oktober 2026 · 3 Min. Lesezeit

Begriff

Als Fachkundiger nach MVAS bezeichnet die Praxis eine Person, die einen Lehrgang auf Grundlage des MVAS 99 besucht und die Abschlussprüfung bestanden hat. Das Merkblatt beschreibt, welche Kenntnisse für die verkehrsrechtliche Sicherung von Arbeitsstellen an Straßen erforderlich sind. Wer sie belegen kann, gilt als fachkundig im Sinne dieses Merkblatts.

Der Begriff ist keine geschützte Berufsbezeichnung. Er beschreibt einen Kenntnisstand, nicht eine Stelle im Organigramm. Ein Polier, ein Kolonnenführer eines Verkehrssicherers oder ein Kontrollfahrer kann gleichermaßen fachkundig sein. Entscheidend ist, dass die Schulung nachgewiesen ist und das Wissen im Alltag tatsächlich angewendet wird.

Abgrenzung zum Verantwortlichen

Häufig werden zwei Dinge vermischt. Der Verantwortliche für die Verkehrssicherung ist eine Funktion: Er wird gegenüber der Straßenverkehrsbehörde benannt und steht für die konkrete Arbeitsstelle gerade. Nach Teil A der RSA 21 muss er die Fachkenntnisse nach MVAS nachweisen, und die Behörde soll die Benennung eines Vertreters fordern.

Jeder Verantwortliche muss also fachkundig sein. Umgekehrt ist nicht jeder Fachkundige automatisch verantwortlich. Auf einer größeren Baustelle in Hamburg oder Hannover können mehrere geschulte Personen arbeiten, aber nur eine ist in der Anordnung namentlich genannt.

MerkmalFachkundiger nach MVASVerantwortlicher für die Verkehrssicherung
Was ist es?Kenntnisstand mit NachweisFunktion für eine bestimmte Arbeitsstelle
Woraus ergibt es sich?Lehrgang und bestandene PrüfungBenennung gegenüber Behörde und Auftraggeber
Wie viele je Baustelle?beliebig vieleeine Person, dazu ein Vertreter
VoraussetzungSchulungFachkunde nach MVAS und Erreichbarkeit

Typische Aufgaben im Alltag

Was ein Fachkundiger draußen leistet, hängt von seiner Rolle ab. Gemeinsam ist allen Aufgaben, dass der Sollzustand aus Anordnung und Verkehrszeichenplan mit dem Istzustand an der Straße verglichen wird. Typisch sind:

  • Aufbau der Absicherung nach Regelplan oder Verkehrszeichenplan begleiten und abnehmen
  • Abweichungen erkennen, etwa eine zu enge Restbreite, eine fehlende Vorwarnung oder eine verdrehte Leitbake
  • Kontrollen planen und durchführen, auch nachts und am Wochenende
  • Mängel festhalten, melden und deren Beseitigung nachverfolgen
  • neue Mitarbeiter einweisen, damit Kleinigkeiten nicht zur Gefahr werden

Gerade bei der Kontrolle zeigt sich der Wert der Schulung. Wer die Logik eines Regelplans verstanden hat, sieht sofort, ob ein Zeichen an der falschen Stelle steht oder ob eine Warnleuchte zwar brennt, aber in die falsche Richtung zeigt.

Worauf Auftraggeber achten sollten

Wer Kontrollen oder Wartung vergibt, fragt am besten nicht nur allgemein nach Fachkunde, sondern lässt sich die Nachweise der tatsächlich eingesetzten Personen vorlegen. Ein Firmennachweis ersetzt nicht die persönliche Bescheinigung. Hilfreich ist außerdem eine Liste, wer für welche Strecke vorgesehen ist und wer vertritt. Was in einer solchen Bescheinigung stehen sollte, erläutert der Eintrag MVAS-Nachweis; den Weg dorthin beschreibt der Ratgeber MVAS-Lehrgang.

Bei Staffsec fahren ausschließlich nach MVAS geschulte Kontrollfahrer die Kontroll- und Wartungstouren.

Fragen zum Begriff

Ist „Fachkundiger nach MVAS“ ein Berufsabschluss?

Nein. Es handelt sich um einen nachgewiesenen Kenntnisstand nach einem Lehrgang mit Prüfung. Eine Ausbildung oder ein staatlich anerkannter Beruf ist damit nicht verbunden.

Muss jeder auf der Baustelle fachkundig nach MVAS sein?

Zwingend ist der Nachweis für den benannten Verantwortlichen für die Verkehrssicherung. Viele Auftraggeber verlangen ihn zusätzlich für Personal, das Sicherungen aufbaut oder kontrolliert, weil nur so Abweichungen zuverlässig auffallen.

Reicht ein Lehrgang ohne Autobahn auch für Autobahnbaustellen?

Das sollten Sie nicht annehmen. Viele Lehrgänge unterscheiden zwischen Inhalten mit und ohne Bundesautobahn. Welche Variante gefordert ist, steht in der Regel in der Ausschreibung oder in den Vorgaben des Auftraggebers.

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