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Glossar

MVAS 99

MVAS 99 kurz erklärt: was das Merkblatt regelt, wen es betrifft, wie es mit der ZTV-SA zusammenhängt und worauf Auftraggeber beim Nachweis achten.

Von Manuel Rutsch · Stand: 8. Oktober 2026 · 3 Min. Lesezeit

Was MVAS 99 bedeutet

MVAS 99 steht für das „Merkblatt über Rahmenbedingungen für erforderliche Fachkenntnisse zur Verkehrssicherung von Arbeitsstellen an Straßen“, Ausgabe 1999. Es beschreibt, welches Wissen eine Person mitbringen muss, die für die Absicherung einer Baustelle im öffentlichen Straßenraum verantwortlich ist, und wie dieses Wissen vermittelt und nachgewiesen werden kann.

Das Merkblatt ist kein Gesetz. Seine Wirkung entsteht dort, wo andere Regelwerke oder Verträge darauf verweisen. Wichtigster Anknüpfungspunkt ist die ZTV-SA 97: Ist sie Vertragsbestandteil, muss der Auftragnehmer einen Verantwortlichen für die Verkehrssicherung benennen, der die erforderliche Fachkunde besitzt. Was unter dieser Fachkunde zu verstehen ist, konkretisiert die MVAS.

Inhalt und Aufbau

Das Merkblatt legt keine Schilderstandorte oder Abstände fest. Das ist Aufgabe der RSA 21 und der Anordnung. Die MVAS regelt die Ebene darüber: Wer darf planen, aufstellen, überwachen und verantworten? Typische Inhalte sind:

  • die Rollen auf der Baustelle, vor allem der Verantwortliche für die Verkehrssicherung und sein Vertreter
  • die Wissensgebiete, die beherrscht werden müssen: Straßenverkehrsrecht, Regelpläne, Verkehrseinrichtungen, Kontrolle und Dokumentation, Arbeitsschutz im Grenzbereich zum Verkehr
  • die Form der Schulung mit Lehrgang und Abschlussprüfung
  • die Empfehlung, das Wissen in regelmäßigen Abständen aufzufrischen, weil sich Regelwerke und Technik ändern

Wer den Weg zum Nachweis im Einzelnen kennen möchte, findet ihn im Ratgeber MVAS-Lehrgang. Die Bezeichnung des fertig geschulten Mitarbeiters erklärt der Eintrag Fachkundiger nach MVAS.

Bedeutung in der Praxis

In Ausschreibungen von Landesbetrieben, Kommunen und Netzbetreibern taucht die MVAS fast immer auf. Gefordert wird meist, dass bei Baubeginn ein Name samt Schulungsnachweis vorliegt. Manche Auftraggeber verlangen zusätzlich, dass auch das Personal, das Kontrollen durchführt, entsprechend geschult ist. Bei einem Unfall prüfen Versicherer und Gerichte, ob die eingesetzten Personen die nötige Fachkunde hatten. Ein fehlender Nachweis schwächt dann die eigene Position, selbst wenn draußen alles richtig stand.

Für Kontrollfahrten heißt das konkret: Wer nachts an einer Arbeitsstelle in Schleswig-Holstein oder Brandenburg eine verdrehte Leitbake oder eine ausgefallene Warnleuchte erkennen soll, braucht das Wissen, wie der Sollzustand aussieht. Genau dieses Wissen beschreibt das Merkblatt.

  • Nachweis vor Baubeginn beim Auftraggeber vorlegen
  • Kopie der Bescheinigung in der Baustellenakte bereithalten
  • Vertreter benennen, damit Urlaub und Krankheit keine Lücke reißen
  • Datum der letzten Schulung im Blick behalten

Unsere Kontrollfahrer sind nach MVAS geschult und kennen die Anforderungen der RSA 21 und der ZTV-SA aus dem täglichen Einsatz.

Fragen zum Begriff

Ist MVAS 99 gesetzlich vorgeschrieben?

Nein, das Merkblatt selbst ist kein Gesetz. Verbindlich wird es über Verträge, vor allem wenn die ZTV-SA vereinbart ist, sowie über Auflagen der Behörden. Im Haftungsfall dient es zudem als Maßstab dafür, welche Fachkunde erwartet werden durfte.

Wie lange gilt ein MVAS-Nachweis?

Das Merkblatt nennt kein starres Ablaufdatum, empfiehlt aber eine regelmäßige Auffrischung. Viele Auftraggeber legen eigene Fristen fest. Maßgeblich ist deshalb, was im jeweiligen Vertrag steht.

Wer braucht die Schulung?

Zwingend der benannte Verantwortliche für die Verkehrssicherung und sein Vertreter. Sinnvoll ist sie für alle, die Sicherungen aufbauen oder kontrollieren, weil sie sonst Abweichungen vom Plan kaum sicher erkennen.

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