Ein Flächenland mit wenigen Achsen
Schleswig-Holstein ist schmal, aber lang. Von Hamburg bis an die dänische Grenze sind es auf der Autobahn rund zwei Stunden, von Brunsbüttel nach Fehmarn kaum weniger. Den Fernverkehr tragen wenige Achsen: die A 7 nach Norden, die A 1 Richtung Lübeck und Fehmarn, die A 23 an die Westküste, die A 21 und der wachsende Abschnitt der A 20. Dazwischen liegt ein dichtes Netz aus Bundes-, Landes- und Kreisstraßen, das Dörfer, Höfe und Kleinstädte verbindet.
Für Arbeitsstellen heißt das: Die großen Baustellen an Autobahnen und Brücken fallen auf, doch die meisten Absicherungen stehen an ländlichen Strecken. Ein Kanalanschluss in Dithmarschen, eine Deckenerneuerung zwischen zwei Dörfern in Angeln, ein Durchlass unter einer Kreisstraße in der Holsteinischen Schweiz. Jede dieser Stellen braucht Kontrolle, und jede liegt ein gutes Stück von der nächsten entfernt.
Was ländliche Strecken mit der Absicherung machen
Auf dem Land fehlt oft, was in der Stadt selbstverständlich ist: Straßenbeleuchtung, breite Seitenräume, Bordsteine. Eine Absicherung steht deshalb häufig auf dem unbefestigten Bankett oder direkt am Knick. Dazu kommt der Verkehr, der auf freier Strecke schneller unterwegs ist und die Arbeitsstelle erst spät erkennt, wenn eine Kuppe oder eine Kurve davorliegt.
Aus der Praxis kennen Kontrollfahrer im Norden einige Befunde, die hier besonders oft vorkommen:
- Fußplatten sinken auf weichem Bankett ein, die Leitbake neigt sich zur Fahrbahn
- Warnleuchten fallen nachts auf unbeleuchteten Strecken sofort auf, wenn sie ausfallen, und genau dort sind sie unverzichtbar
- Vorankündigende Zeichen stehen hinter Knicks, Bewuchs oder in Senken und sind zu spät sichtbar
- Landwirtschaftliche Fahrzeuge mit Überbreite streifen Baken und Absperrschranken
- Verschmutzung durch Erde und Gülle auf Zeichen und Folien in der Erntezeit
Gerade die Erntewochen verändern das Bild schnell. Was am Montag sauber stand, ist am Mittwoch nach mehreren Maishäckselzügen verschoben oder verdreckt. Mehr dazu steht im Beitrag zur Erntezeit an Landstraßen.
Wind, Salz und Wetter von zwei Seiten
Kaum ein Bundesland liegt so offen im Wind. An der Westküste und auf den Marschflächen gibt es wenig, was Böen bremst. Absperrschranken und Zeichen mit großer Fläche wirken wie Segel. Ballast, der im Binnenland reicht, ist an exponierten Stellen schnell zu knapp. Nach jeder Sturmlage gehört deshalb eine eigene Kontrollrunde dazu, wie sie der Ratgeber Sturm an der Baustelle beschreibt.
Salzhaltige Luft an den Küsten setzt außerdem Steckverbindungen und Akkufächern von Warnleuchten zu. Im Herbst und Winter kommen Nebel und früh einsetzende Dunkelheit hinzu. Eine Absicherung, die tagsüber tadellos wirkt, kann in der Dämmerung auf einer Landstraße bei Husum oder Heide schlecht zu erkennen sein. Deshalb lohnt sich mindestens eine Kontrolle im Dunkeln.
Touren planen, wenn die Wege lang sind
Die eigentliche Herausforderung in Schleswig-Holstein ist die Planung. Wer zehn Stellen zwischen Flensburg, Kiel und Neumünster prüfen soll, verbringt einen großen Teil der Schicht auf der Straße. Ohne kluge Reihenfolge reicht die Zeit nicht, oder eine Stelle wird zur falschen Tageszeit angefahren.
Bewährt haben sich einige Grundregeln:
| Grundregel | Nutzen |
|---|---|
| Touren entlang einer Achse bündeln, etwa A 7 oder Westküste | Weniger Leerfahrt, gleichmäßige Abstände zwischen den Kontrollen |
| Stellen mit Verkehrsregelung durch Ampel zuerst einplanen | Ausfälle wirken sich dort am stärksten aus |
| Unbeleuchtete Strecken bewusst in die Dunkelheit legen | Rückstrahlung und Warnleuchten lassen sich nur dann sinnvoll beurteilen |
| Feste Meldewege zur Bauleitung vorab vereinbaren | Ein Mangel weit draußen wird trotzdem zügig beseitigt |
Wie viele Stellen eine Tour sinnvoll umfassen kann, hängt von Entfernung, Größe der Absicherung und dem vereinbarten Kontrollintervall ab. Der Ratgeber Kontrollfahrt planen geht auf diese Fragen ausführlich ein.
Zuständigkeiten im Land
Für die Autobahnen ist die Autobahn GmbH des Bundes zuständig, für Bundes- und Landesstraßen in der Regel der Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr. Kreise und Gemeinden tragen die Verantwortung für ihre eigenen Straßen. Die verkehrsrechtliche Anordnung kommt je nach Straße von unterschiedlichen Behörden. Welche Besonderheiten für Schleswig-Holstein, Hamburg und Niedersachsen gelten, fasst der Ratgeber Länderregeln im Norden zusammen.
Für die Kontrolle selbst ändert die Zuständigkeit wenig: Maßstab bleiben RSA 21, ZTV-SA und die Anordnung. Wichtig ist, dass Kontrollfahrer den gültigen Verkehrszeichenplan kennen und wissen, wem sie einen Mangel melden.
Im Norden zuhause
Staffsec hat seinen Sitz in Neumünster, mitten in Schleswig-Holstein. Unsere MVAS-geschulten Kontrollfahrer sind zwischen Elbe und Grenze unterwegs, dokumentieren digital mit Foto, Zeitstempel und GPS-Bezug und melden Mängel über die hauseigene Leitstelle an die Bauleitung. Mehr dazu auf den Seiten Kontrollfahrten Kiel und Kontrollfahrten Flensburg.