Was Zeichen 610 bedeutet
Der Leitkegel ist in Anlage 4 der StVO als Zeichen 610 aufgeführt und gehört wie Absperrschranke und Leitbake zu den Absperrgeräten. Rechtlich hat er dieselbe Wirkung: Die Fläche, die er kennzeichnet, darf nicht befahren werden. Optisch ist er ein Kegel mit rot-weißen Ringen und retroreflektierenden Streifen, damit er auch nachts erkennbar bleibt.
Sein Vorteil ist zugleich seine Schwäche. Ein Kegel ist leicht, stapelbar und in Sekunden gesetzt. Genau deshalb wird er auch leicht verweht, umgefahren, verschoben oder mitgenommen. Für eine Tagesbaustelle oder eine bewegliche Arbeitsstelle mit Personal vor Ort ist das gut beherrschbar. Für eine Absicherung, die über Nacht oder über Wochen unbeaufsichtigt steht, sieht die Praxis in der Regel stabilere Geräte wie Leitbaken vor.
Typische Einsatzfälle
- Kurzfristige Sperrung eines Fahrstreifens bei Arbeiten von kürzester Dauer
- Ergänzung einer Bakenreihe, etwa zum Schließen einer Lücke bis zum Ersatz
- Freihalten von Arbeitsflächen innerhalb einer bestehenden Absicherung
- Markierung kleiner Hindernisse wie offener Schachtdeckel während laufender Arbeiten
- Absicherung an Unfallstellen, bis eine dauerhafte Lösung steht
Wo welches Gerät verlangt ist, ergibt sich aus dem Regelplan der RSA 21 und der Anordnung. Die Anforderungen an das Bauteil selbst, etwa Höhe, Standfestigkeit und Rückstrahlung, regeln die TL-Leitkegel. Eine Gegenüberstellung der Absperrgeräte liefert der Ratgeber Absperrschranke, Leitbake oder Leitkegel.
Woran Kegel in der Praxis scheitern
Bei Kontrollen fällt auf, dass Kegel oft dort stehen, wo eigentlich Baken hingehören. Eine Lücke wird abends schnell mit zwei Kegeln geschlossen und bleibt dann tagelang so. Nach einem windigen Abend an der Küste in Schleswig-Holstein liegen solche Kegel im Graben oder mitten auf dem Fahrstreifen. Weitere Befunde sind fehlende Reflexstreifen, ausgeblichene Ringe und Kegel ohne Beschwerung auf glattem Asphalt.
Ein umgefallener Kegel auf der Fahrbahn ist selbst ein Hindernis. Er sieht zwar harmlos aus, ein Ausweichmanöver bei Nacht kann aber gefährlicher sein als der Kegel selbst. Deshalb gehört er bei jeder Kontrollfahrt zu den Punkten, die sofort erledigt werden.
Was Kontrollfahrer tun
Umgefallene oder verwehte Kegel stellen unsere Kontrollfahrer im Rahmen der Fahrt wieder auf und setzen sie an die vorgesehene Stelle. Ersetzen Kegel dauerhaft fehlende Baken, wird das als Mangel gemeldet, denn ob die Lösung so bleiben darf, entscheidet die Bauleitung mit dem Verkehrssicherer. Der Zustand vorher und nachher wird mit Foto im Bericht festgehalten.