Weserstadion und Pauliner Marsch: Heimspiele im Wohngebiet
Das Weserstadion liegt am rechten Weserufer in der Pauliner Marsch und fasst bei nationalen Spielen 42.100 Zuschauer. Die Hälfte des Peterswerders besteht aus dieser Marsch mit Sportplätzen, Kleingärten und Grünanlagen, die andere Hälfte aus Wohnhäusern rund um die Hamburger Straße. Deren Nebenstraßen sind enge Einbahnstraßen, oft mit Kopfsteinpflaster. An Spieltagen ziehen große Zuschauerströme durch genau diese Straßen, zu Fuß, mit dem Rad und aus den Straßenbahnen, die am Stadion halten. Eine Arbeitsstelle, die an einem gewöhnlichen Werktag unproblematisch ist, kann sich an einem Spieltag in eine Gefahr verwandeln. Wir prüfen vor Heimspielen, ob Baugruben vollständig abgedeckt oder durch standfeste Absperrungen gesichert sind, ob Bauzäune so verbunden sind, dass sie dem Gedränge standhalten, und ob lose Materialien wie Baken, Pflastersteine oder Rohre weggeräumt wurden. Wir kontrollieren, ob die Fluchtwege der Fans und die Zufahrten für Polizei und Rettungsdienst nicht durch die Baustelle eingeengt werden. Nach dem Spiel, wenn viele Menschen gleichzeitig und im Dunkeln zurückströmen, schauen wir noch einmal hin: Leuchten noch alle Warnleuchten, stehen die Elemente noch an ihrem Platz, oder hat das Publikum Teile der Absperrung verschoben?
St.-Jürgen-Straße und Klinikum Bremen-Mitte: Kanalbau am Großkrankenhaus bis 2028
Am Hulsberg liegt das Klinikum Bremen-Mitte mit 950 Planbetten und rund 2.400 Beschäftigten, der größte Arbeitgeber im Stadtteil. Die Straßenbahnlinien 2, 3 und 10 und der Bus 25 halten direkt am Eingang. Seit Ende März 2026 baut hanseWasser in der St.-Jürgen-Straße einen neuen Abwasserkanal für das Klinikum, abschnittsweise unter Vollsperrung, voraussichtlich bis Mitte 2028; als Ausweichstrecke dient die Bennigsenstraße. Eine Kanalbaustelle dieser Dauer neben einem Großkrankenhaus ist anspruchsvoll. Rettungswagen müssen jederzeit ohne Umweg zur Klinik kommen, Patienten und Besucher brauchen sichere Wege von den Haltestellen, Lieferfahrzeuge müssen den Betrieb versorgen. Wir prüfen, ob die Zufahrten für Rettungsdienste nach jeder Verlegung des Baufelds frei, ausgeschildert und breit genug sind. Wir kontrollieren die Absicherung tiefer Baugruben, die Standsicherheit von Verbau und Absperrung sowie die Beleuchtung bei Nacht. Für Fußgänger, darunter viele Menschen mit Gehhilfen oder Rollstuhl, sehen wir nach, ob Notwege eben, ausreichend breit und ohne Stufen sind. Auf der Bennigsenstraße beobachten wir, ob der Ausweichverkehr neue Engstellen erzeugt, etwa an Kreuzungen, an denen Lieferwagen halten oder Radfahrer abbiegen.
Neues Hulsberg-Viertel: sechs neue Straßen zwischen Klinikbetrieb und Altbau
Seit das Klinikum 2019 in seinen Neubau umgezogen ist, wird das frühere Klinikgelände umgestaltet. Die Fläche des Krankenhauses schrumpfte von 19,4 auf etwa 5,5 Hektar, auf dem Rest entsteht das Neue Hulsberg-Viertel. Beim Spatenstich im Oktober 2024 begann der Bau von vier der insgesamt sechs neuen Straßen samt Kanalisation; bis 2029 sollen mehr als 1.000 Wohnungen entstehen. Solche Quartiersbaustellen haben eine eigene Dynamik. Hochbauten wachsen neben neu angelegten Straßen, Baustellenverkehr kreuzt künftige Wohnwege, und erste Bewohner ziehen ein, bevor das Umfeld fertig ist. Rundherum stehen Altbauten an engen Straßen, und auf der anderen Seite läuft der Klinikbetrieb weiter. Wir prüfen, wie Baustellenfahrzeuge in das Quartier gelangen und ob die Zufahrten Fußgänger und Radfahrer gefährden. Wir sehen nach, ob Behelfswege für Bewohner und Besucher klar vom Baufeld getrennt und nachts ausgeleuchtet sind und ob provisorische Fahrbahnen ohne Absätze und Löcher befahrbar bleiben. An den Übergängen zum bestehenden Straßennetz kontrollieren wir Beschilderung und Sichtbeziehungen, denn hier treffen ortskundige Anwohner auf Lieferanten und Baufahrzeuge, die den Weg nicht kennen. Ändert sich mit dem Baufortschritt die Zufahrt, fahren wir die neue Route ab, bevor sich Fehler einschleifen.
Steintor und Sielwall: Ladenstraße, Nachtleben und Lieferverkehr im Viertel
Steintor und Ostertor bilden zusammen das Viertel, eine der bekanntesten Ausgeh- und Einkaufsgegenden Bremens. Der Straßenzug Ostertorsteinweg und Vor dem Steintor ist geprägt von kleinen Läden, Kneipen und Cafés, Haupteinkaufszone ist die Straße Vor dem Steintor. Hier fahren die Straßenbahnen der Linien 2, 3 und 10, am Sielwall legt die Weserfähre zum Café Sand ab, und am Ziegenmarkt findet ein Wochenmarkt statt. Die Nebenstraßen sind schmal, viele sind Einbahnstraßen, und Bremer Häuser stehen dicht an der Fahrbahn. Wer hier eine Leitung verlegt oder eine Fahrbahn erneuert, hat kaum Platz für Baustelleneinrichtung. Wir prüfen, ob Container und Materiallager so stehen, dass Straßenbahn, Lieferwagen und Rettungsdienst durchkommen, und ob Gehwege nicht zur Sackgasse werden. Weil im Viertel bis spät in die Nacht viele Menschen unterwegs sind, kontrollieren wir die Absicherung gerade abends und am Wochenende: Sind Absperrungen gegen Umstoßen gesichert? Leuchten die Warnleuchten? Sind offene Gruben so abgedeckt, dass niemand hineinstolpern kann? Auch Lieferzonen für Gastronomie und Geschäfte nehmen wir in den Blick, damit Fahrzeuge nicht in die Absperrung ausweichen müssen. Am Morgen danach prüfen wir, ob über Nacht etwas verschoben oder beschädigt wurde.