Mercedes-Werk und Hemelinger Tunnel: Schichtverkehr als Taktgeber
Das Mercedes-Benz-Werk in Sebaldsbrück ist mit rund 1,5 Millionen Quadratmetern ein eigener Stadtteil im Stadtteil, mitten zwischen Wohngebieten. Rund 10.500 Beschäftigte und über 1.000 Leiharbeitskräfte arbeiten dort in drei Schichten, und über 40 Zulieferer und Dienstleister hängen an der Produktion. Seit 2003 führt der Autobahnzubringer Hemelingen mit dem Hemelinger Tunnel direkt zum Werk. Für jede Arbeitsstelle im Umfeld heißt das: Der Verkehr kommt in Wellen. Zum Schichtwechsel sind Tausende Pkw gleichzeitig unterwegs, dazwischen rollen Zulieferer und Transporter, die an feste Zeitfenster gebunden sind und bei einer unerwarteten Engstelle wenig Geduld haben. Wir legen unsere Kontrollen deshalb bewusst auch auf die Zeiten des Schichtwechsels, weil sich erst dann zeigt, ob eine Verkehrsführung trägt. Wir prüfen, ob Fahrstreifenreduzierungen auf dem Zubringer und an den Rampen rechtzeitig angekündigt sind, ob Stauenden in Tunnelnähe oder vor Kurven überraschend auftreten können und ob Warnleuchten und Absperrungen im Tunnelbereich funktionieren. Außerdem sehen wir auf Werkszufahrten und Parkflächen, an denen Fußgänger und Radfahrer aus der Straßenbahn kommen. Angefahrene Baken, verschobene Fußplatten und Reifenspuren im Grün fotografieren wir, weil sie zeigen, wo die Führung im Alltag zu eng ist.










