Dietzgenstraße und Grabbeallee: die B 96a als Wohnstraße mit Bundesstraßenlast
Auf dem Papier ist die B 96a eine Bundesstraße, vor Ort ist sie in Niederschönhausen eine Straße mit Hauseingängen, Läden, Haltestellen und Querungen. Über Grabbeallee, Hermann-Hesse-Straße und Dietzgenstraße läuft der Verkehr aus dem Norden Pankows und dem Umland Richtung Innenstadt, morgens stadteinwärts dicht, nachmittags in der Gegenrichtung. Wird hier ein Fahrstreifen für Leitungs- oder Fahrbahnarbeiten weggenommen, staut es sich schnell, und genau dann zeigen sich Schwächen der Absicherung: Fahrer drängen in die Lücke, Baken werden touchiert, Ankündigungen stehen zu nah an der Engstelle oder verschwinden hinter Lieferwagen. Unsere Kontrollfahrer achten darauf, ob die Vorwarnung früh genug kommt, ob die Verschwenkung flüssig und gut lesbar ist und ob die Restbreite auch für Busse und Lkw reicht. An Einmündungen aus den Seitenstraßen prüfen wir, ob die Sicht auf den fließenden Verkehr frei bleibt. Wo eine Baustellenampel den Wechselverkehr regelt, sehen wir nach Räumzeiten, Signalgebern und Anforderungstastern. Weil die Bundesstraße auch abends und am Wochenende viel Verkehr trägt, fahren wir bei Dunkelheit nach und kontrollieren, ob Warnleuchten funktionieren und Leitelemente reflektieren. Jeder Befund steht mit Foto, Lage und Uhrzeit im Bericht.
Pastor-Niemöller-Platz: ein Knoten, viele Richtungen
Im Zentrum von Niederschönhausen laufen am Pastor-Niemöller-Platz mehrere Hauptstraßen in die benachbarten Ortsteile zusammen. Ein solcher Knoten verzeiht bei Baustellen wenig: Schon eine einzige gesperrte Zufahrt verändert die Wege aller anderen Richtungen, Umleitungen müssen aus jeder Zufahrt verständlich sein, und Ortsfremde suchen sich ihren Weg nach Gefühl. Typische Schwachstellen sind Umleitungstafeln, die nur aus einer Richtung stimmen, provisorische Fahrbeziehungen ohne klare Markierung, Haltestellen, die verlegt wurden, ohne dass Fahrgäste den neuen Standort erkennen, und Fußgängerfurten, die plötzlich an einer Absperrung enden. Unsere Kontrollfahrer fahren den Platz deshalb aus allen Zufahrten an und gehen die Fußwege ab. Wir prüfen, ob Wegweisung und Sperrungen widerspruchsfrei zusammenpassen, ob Abbiegespuren zur tatsächlichen Verkehrsführung passen und ob Querungsstellen gesichert und barrierefrei bleiben. Wo Bus und Straßenbahn den Platz berühren, achten wir darauf, dass Ersatzhaltestellen sicher erreichbar sind und Wartende nicht im Fahrbereich stehen. Bei Wechseln der Bauphase sehen wir besonders genau hin, denn dann bleibt häufig ein altes Schild stehen, das der neuen Führung widerspricht. Jede Unstimmigkeit landet mit Foto, Ort und Uhrzeit im Bericht.
Straßenbahn M1: Absperrung im Lichtraum der Gleise
Die M1 verbindet Niederschönhausen mit dem S- und U-Bahnhof Pankow und der Berliner Innenstadt, und an der Dietzgenstraße Ecke Schillerstraße erinnert der alte Betriebshof von 1901 daran, wie lange hier schon Straßenbahnen fahren. Wo Gleise im Straßenraum liegen, wird jede Arbeitsstelle anspruchsvoller. Die Straßenbahn kann nicht ausweichen, ihr Lichtraum ist fest, und eine Absperrung, die nur wenige Zentimeter zu weit steht, wird zum Hindernis. Autos, die wegen der Baustelle auf das Gleis ausweichen, blockieren den Takt, und Radfahrer geraten in der Engstelle zu nah an die Schienenrillen. Unsere Kontrollfahrer prüfen den Abstand zwischen Absperrgeräten und Gleis, die Standfestigkeit der Fußplatten und ob Material nicht in den Gleisbereich hineinragt. Wir achten darauf, wie Kraftfahrzeuge neben oder über die Schienen geführt werden, ob die Markierung dazu eindeutig ist und ob Radfahrer eine sichere Führung erhalten. An Haltestellen sehen wir nach, ob Fahrgäste beim Ein- und Aussteigen einen freien, beleuchteten Weg zum Gehweg haben. Weil die Bahnen bis in die Nacht fahren, gehört eine Fahrt bei Dunkelheit dazu. Auffälligkeiten, die den Bahnbetrieb gefährden, geben wir sofort telefonisch weiter.
Schlosspark, Schönholzer Heide und Schulwege: Baustellen im grünen Wohnquartier
Abseits der Bundesstraße ist Niederschönhausen ein ruhiger, grüner Ortsteil mit Villenstraßen, dem Schlosspark Schönhausen, der Schönholzer Heide, dem Brosepark und dem Friedhof Pankow III. Gerade hier bewegen sich Menschen, die nicht mit einer Baustelle rechnen: Familien auf dem Weg in den Park, ältere Spaziergänger, Besucher des Schlosses, das heute Museum ist, und Radfahrer, die die Nebenstraßen der Hauptachse vorziehen. Morgens kommen die Schüler des Max-Delbrück-Gymnasiums, der Konrad-Duden-Schule, der Elisabeth-Christinen-Grundschule, der Grundschule an den Buchen und der Hasengrund-Schule hinzu. In schmalen, beparkten Wohnstraßen fehlt oft der Platz für einen ordentlichen Notweg, und dann wird improvisiert. Unsere Kontrollfahrer achten darauf, dass Gehwegsperrungen eine durchgehende, barrierefreie Alternative haben, dass Kinderwagen und Rollstühle durchpassen, dass Absperrungen geschlossen sind und nicht unterlaufen werden können und dass Baustoffe keine Wege versperren. Wir prüfen außerdem, ob Halteverbote rechtzeitig aufgestellt wurden und ob Rettungswege frei bleiben. Wir legen Fahrten bewusst in die Zeiten, in denen viele Kinder unterwegs sind, und dokumentieren, was wir sehen, mit Foto, Ort und Uhrzeit.