Weite Landstraßen: Erkennbarkeit gegen Streckenroutine
Die Landstraßen der Uckermark sind lang, wenig befahren und laden zu gleichmäßig hohem Tempo ein. Genau das macht eine Arbeitsstelle dort gefährlicher als in der Stadt, obwohl weniger Fahrzeuge unterwegs sind. Ein Fahrer, der zwanzig Kilometer ohne Hindernis gefahren ist, rechnet nicht mit einer Engstelle, und wer die Strecke täglich nutzt, reagiert auf eine neue Verkehrsführung später als jemand, der aufmerksam sucht. Wir prüfen deshalb zuerst die Ankündigungsstrecke in ihrer ganzen Länge. Beginnt die Vorankündigung so früh, dass die Geschwindigkeit stufenweise abgebaut werden kann? Ist die Staffelung des Geschwindigkeitstrichters vollständig, oder fehlt eine Stufe, sodass ein hartes Bremsmanöver entsteht? Sind die Zeichen bei tief stehender Sonne noch lesbar, oder verschwinden sie im Gegenlicht? Verschmutzung durch Staub, Regen und landwirtschaftlichen Verkehr ist auf diesen Strecken ein realer Faktor, und ein verschmutztes Zeichen wirkt praktisch nicht. Weiterhin bewerten wir die Erkennbarkeit bei Nebel, der in der Uckermark im Herbst häufig auftritt und die Sichtweite drastisch verkürzt. Wo die Sichtweite kürzer wird als die Länge des Ankündigungsbereichs, ist eine Absicherung nur mit zusätzlicher Warnung wirksam. Solche Zusammenhänge halten wir im Bericht ausdrücklich fest, damit Sie erkennen, welche Stelle bei welcher Bedingung zum Problem wird und nicht nur, welche Zeichen formal fehlen.










