Strukturwandel im Revier: Straßen mit alter Bestimmung, neuer Nutzung
Die Straßen im Raum Senftenberg erzählen die Geschichte des Tagebaus. Viele Verbindungen wurden für Werksverkehr, Schwerlast und Bergbaugerät gebaut, andere entstanden erst durch die Rekultivierung. Heute übernehmen dieselben Trassen teilweise ganz andere Aufgaben: Sie führen Anwohner, Touristen und Radfahrer an Seen, die vor wenigen Jahrzehnten noch Grube waren. Für die Baustellenabsicherung ist das eine besondere Ausgangslage, weil die vorhandene Straßenraumgestaltung nicht immer zum tatsächlichen Nutzerkollektiv passt. Wir prüfen daher nicht allein, ob die Absicherung dem Plan entspricht, sondern ob sie für die Menschen funktioniert, die dort real unterwegs sind. Konkret heißt das: Auf einer breiten, ehemals betrieblich genutzten Straße wird schnell gefahren, obwohl dort Radfahrer verkehren. Eine Engstelle muss deshalb deutlich früher angekündigt werden als es die Streckenlänge vermuten lässt. Auf Nebenstrecken in Rekultivierungsgebieten fehlen dagegen häufig befestigte Seitenräume, sodass Bakenfüße im weichen Untergrund kippen oder absinken. Wir dokumentieren solche Befunde mit Foto und Ortsangabe und benennen die Maßnahme, die die Standsicherheit wiederherstellt, etwa Beschwerung, Verlagerung auf befestigten Grund oder eine andere Elementwahl. Ebenso achten wir auf Baustellen im Zuge von Sanierungsmaßnahmen, bei denen sich Verkehrsführungen in kurzen Abständen ändern und die Beschilderung schnell hinter der Realität zurückbleibt.










