B 104 und B 108: zwei Bundesstraßen, ein Knoten mitten in der Stadt
Teterow ist eine Stadt, durch die der Fernverkehr hindurchfährt. Die B 104 von Güstrow nach Malchin und Neubrandenburg und die B 108 treffen sich im Stadtgebiet, und wer von Osten zur A 19 will, nimmt die B 104 bis Vietgest. Eine Umfahrung, die den Durchgangsverkehr am Zentrum vorbeiführt, gibt es nicht. Jede Arbeitsstelle an diesen Straßen betrifft deshalb gleichzeitig Lkw mit Ziel Gewerbegebiet, Pendler auf dem Weg nach Güstrow oder Rostock, Schulbusse und Anwohner. Wie empfindlich das Netz ist, zeigte die Vollsperrung der B 104 zwischen Remplin und Neu Panstorf im Herbst 2024: Der Verkehr musste vier Wochen lang über Basedow, Seedorf und Dahmen ausweichen. Unsere Kontrollfahrer achten an solchen Maßnahmen darauf, dass die Sperrung schon an den großen Knoten angekündigt wird und nicht erst kurz davor, damit Lkw nicht in Ortsdurchfahrten wenden müssen. Wir prüfen, ob halbseitige Sperrungen mit Lichtsignalanlage sauber geschaltet sind, ob Räumzeiten zur Länge des Baufelds passen und ob die Haltelinien gut sichtbar bleiben. Auf der Umleitung kontrollieren wir jede Kreuzung: Steht der Pfeil dort, wo der ortsfremde Fahrer ihn braucht, oder hinter einem Baum? Fehlende Schilder notieren wir mit Lage und Foto.
Bocksbergweg, Vietsmorgen, Niendorfer Furt: Baustellen vor dem Werkstor
Teterow hat für eine Kleinstadt viel Industrie. Biotechnologie, Fleischverarbeitung und weitere Betriebe verteilen sich auf vier Gewerbegebiete am Stadtrand, die über die Bundesstraßen angebunden sind. Wird an einer Zufahrt gebaut, ist das für die Firmen dahinter sofort spürbar: Als die B 108 vor einigen Jahren erneuert wurde, war das Gewerbegebiet Bocksbergweg zeitweise nur von einer Seite erreichbar. Für die Absicherung heißt das: Es müssen Sattelzüge, Kühltransporter und Werksverkehr durch die Arbeitsstelle oder um sie herum passen, ohne dass Fahrer improvisieren. Unsere Kontrollfahrer prüfen, ob Fahrstreifenbreiten und Kurvenradien in der Verkehrsführung für große Fahrzeuge ausreichen, ob Leitbaken nach dem Schichtwechsel noch stehen oder von abbiegenden Lkw umgefahren wurden und ob die Zufahrt zum Gewerbegebiet für Lieferanten eindeutig ausgeschildert ist. Gerade frühmorgens, wenn die ersten Transporte anrollen, und abends nach Schichtende achten wir auf Beleuchtung und Warnleuchten. Wenn Sie es wünschen, stimmen wir die Uhrzeiten der Kontrollen auf die Hauptanlieferzeiten ab. Jede beschädigte oder verschobene Einrichtung landet mit Foto im Bericht, und was die Durchfahrt gefährdet, meldet der Kontrollfahrer noch von der Stelle aus.
Pfingsten am Bergring: Großveranstaltung auf schmalen Zufahrten
Einmal im Jahr verändert sich der Verkehr in Teterow komplett. Am Pfingstwochenende finden auf dem Bergring an der Appelhäger Chaussee Motorradrennen statt, auf der größten Natur-Grasrennbahn Europas, und zuletzt kamen rund 20.000 Zuschauer. Das Training beginnt schon am Mittwoch davor. Viele Gäste kommen mit dem Auto, mit Wohnmobil oder Motorrad, und sie kennen die Stadt nicht. Für alle, die in dieser Zeit eine Arbeitsstelle betreiben, ist das ein besonderer Stresstest: Parksuchverkehr, Fußgänger am Straßenrand, Kolonnen auf Straßen, die sonst ruhig sind. Unsere Kontrollfahrer sehen sich Arbeitsstellen an den Zufahrtsrouten vor dem Wochenende gezielt an. Sind Baugruben so umschlossen, dass niemand im Gedränge hineintreten kann? Halten Absperrschranken und Bauzäune, wenn Menschen sich daran anlehnen? Sind Umleitungen eindeutig genug, um auch bei dichtem Verkehr nicht übersehen zu werden? Wer Veranstaltungsverkehr und Baustelle unter einen Hut bringen muss, bekommt von uns eine Bestandsaufnahme der Absicherung, bevor die Besucher anreisen, und auf Wunsch weitere Kontrollen während der Renntage, auch spät am Abend, wenn die Gäste abreisen und es dunkel wird. Auffälligkeiten melden wir sofort an die verantwortliche Bauleitung.
Alleen und Dörfer der Mecklenburgischen Schweiz: Umleitungen über Land
Rund um Teterow liegen Orte wie Schorssow, Hohen Demzin, Groß Wokern oder Dalkendorf, verbunden durch Kreis- und Gemeindestraßen, die oft als Alleen angelegt sind. Die Landschaft ist hügelig, es gibt Kuppen, Kurven und Seeufer, und auf vielen Abschnitten fehlt ein befestigter Seitenstreifen. Wird eine Bundesstraße gesperrt, landet der Umleitungsverkehr genau hier. Lkw begegnen sich zwischen Bäumen, Landmaschinen sind in der Erntezeit unterwegs, Wild quert in der Dämmerung. Für Arbeitsstellen auf solchen Straßen gilt: Ein Schild, das hinter einer Kuppe steht, kommt zu spät. Unsere Kontrollfahrer prüfen, ob Vorwarnungen so platziert sind, dass sie rechtzeitig wahrgenommen werden, ob Leitbaken in der Allee nicht durch Stämme oder Bewuchs verdeckt sind und ob Bankette nach Ausweichmanövern ausgefahren und abgesackt sind. Nach Sturm sehen wir nach, ob Äste auf Schildern liegen oder Baken umgedrückt wurden. Bei Fahrbahnerneuerungen kontrollieren wir, ob Fräskanten und Höhenunterschiede gekennzeichnet sind und ob an Einmündungen auf Feldwege Hinweise für den landwirtschaftlichen Verkehr stehen. Alles fließt mit Ortsangabe und Foto in den Bericht ein, damit Ihre Kolonne gezielt nachbessern kann, statt die ganze Strecke abzusuchen.