Bahnübergänge: Rückstau ist das eigentliche Risiko
Bahnübergänge im Bereich einer Baustelle verlangen eine Betrachtung, die über die üblichen Prüfpunkte hinausgeht. Entscheidend ist nicht, wie sauber die Baken stehen, sondern ob unter ungünstigen Bedingungen ein Fahrzeug im Gefahrenraum stehen bleiben kann. Wir rechnen deshalb nicht mit Durchschnittswerten, sondern mit der schlechten Konstellation: langsam anfahrender Schwerverkehr, ein vollständiger Rotzyklus einer provisorischen Signalanlage, ein Fahrzeug, das die Freigabezeit nicht ausnutzt, und ein Rückstau, der sich aus der Spitzenbelastung ergibt. Reicht dieser Rückstau bis in den Bereich des Übergangs, ist die Verkehrsführung anzupassen, unabhängig davon, wie hochwertig die Absicherung ausgeführt wurde. Wir prüfen außerdem, ob Stauraum vor dem Übergang durch Markierung und Beschilderung tatsächlich freigehalten wird und ob die Freigabezeiten zum Fahrzeugkollektiv passen. Ein zweiter Punkt ist die Erkennbarkeit im Bereich der Gleise bei Nässe und Dunkelheit, wenn Schienen spiegeln und provisorische Markierungen schlechter lesbar sind. Für Radfahrer bewerten wir Rillen, Übergangsplatten und Kanten separat, weil sie dort eine häufige Sturzursache sind. Alle Feststellungen in diesem Bereich ordnen wir mit hoher Priorität ein, weil die möglichen Folgen sehr schwer wiegen.










